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CÍMLAP

Bálint Balassi Gedichte
AUSWAHL


TARTALOM, ELŐSZÓ


Inhalt

Einleitung

Lied von einem Blumenstrauß

Über die Jungfrau Margareta

Als er seiner Julia begegnet, begrüßt er sie also

Gedicht, in dem er sich freut, daß er von der Liebe befreit worden ist

Über die Ewigkeit und Unvergänglichkeit seiner Liebe

Julia ist die Liebe

An die Kraniche

Zur Einsicht gelangt, Julia...

Über die Wienerinnen Susanna und Anna-Maria

Für Weintrinker

Lob der Grenzhüter

Hymnus secundus

An Gottes Sohn, um militärische Tugend flehend

Abschied von der Heimat

Als er Coelia liebgewann, flehte er also zu ihr

Coelia im Bade

Gedicht, in dem er über die klagende Coelia schreibt

Der Weintrinker lobt den Frühling

Gebet

Fleht zu Gott in der Verbannung

Über eine polnische Zitherspielerin

Schenke mir den Frieden...

Epigramme

Die Hand der Siebenbürgerin

Coelias Kummer

Scheiden von der Liebsten am Morgen tut weh

Von seinem durch Liebe angefachten Geist

An Fulvia

Einleitung

BÁLINT BALASSI (1554-1594)

Der Sohn einer vornehmen Aristokratenfamilie wurde zum größten ungarischen Lyriker der Spätrenaissance. Sein Erzieher war der berühmte evangelische Prediger und Dichter Péter Bornemisza, der ihn schon in frühesten Jahren an die Literatur heranführte. Der Elfjährige kam im Herbst 1565 nach Nürnberg auf die Schule, eignete sich eine große Bildung an, sprach acht Sprachen, unter anderen auch türkisch. So wie sehr früh in die Dichtkunst eingeweiht, wurde er auch mit dem Kriegshandwerk vertraut, indem er an der Seite seines Vaters in den Kämpfen gegen die Türken teilnahm.

Die politischen Verhältnisse waren in Ungarn in diesem Jahrhundert sehr verworren; ein großer Teil des Landes stand unter türkischer Besetzung, die Habsburger herrschten im Westen und Norden, während im Osten, der größtenteils aus Siebenbürgen bestand, die Siebenbürger Fürsten - von den Türken geduldet - das Zepter führten. Der Vater des Dichters galt als Habsburgtreuer Oligarch und bekleidete hohe Ämter, bis er nicht infolge einer Verleumdung in Diskredit geriet. Die Familie flüchtete nach Polen, bis die Affäre geregelt war.

Der Dichter Bálint kämpfte ursprünglich auch für die Habsburger, fiel dann in die Gefangenschaft des Siebenbürger Fürsten István Báthori, der bald darauf König von Polen wurde und seinen gefangenen Dichter mitnahm nach Polen. 1577 kehrte Balassi wieder heim, hauptsächlich wegen der Erbschaft nach dem inzwischen verstorbenen Vater. Daraus erwuchsen endlose Streitigkeiten. Als 1593 die Habsburger einen großen Befreiungsfeldzug gegen die Türken begannen, schloß sich Balassi mit einem auf eigene Kosten aufgestellten Bataillon wieder den Kaiserlichen an.

Im Verlauf dieses Feldzugs wurde er bei der Belagerung von Esztergom (Gran) schwer verwundet und starb am 30. Mai desselben Jahres 1594.

So unruhig wie die politischen Zustände, war auch die in jeder Hinsicht zügellose Lebensführung des Dichters. Er verwickelte sich in Familienstreitigkeiten, prozessierte und brachte es soweit, daß der reich Begüterte schließlich für seinen Lebensunterhalt kämpfen mußte; hinzu kamen auch seine andauernden Liebesaffären, die ihn, den imposanten Kavallier, ständig in Komplikationen verwickelten.

Anfänglich stand Balassi als Dichter unter dem Einfluß des Wiener Hofkapellmeisters Jakob Regnart; dieser - ein Flame - komponierte zu Liedtexten Musik in italienischem Stil, und das Musikalische hatte insoweit Einfluß auf Balassi, daß er seine Lieder und sonstigen Gedichte immer nach bestimmten Melodien schrieb. Seine Gedichte sollten gesungen werden, meistens mit Lautenbegleitung - darum gab er die zu dem Gedicht passende Weise immer an. Ein schönes Gedicht, das Balassi 1578 schrieb, Wenn sie mir nur nächtens die Ruhe ließe, ist eine Übersetzung bzw. Bearbeitung eines Regnartschen Gedichtes.

Zum Dichter machte Balassi die Liebe. 1578 wurde er mit Anna Losonczi bekannt, sie war die Gattin des hochgestellten Barons Christoph Ungnad, dem Banus von Kroatien, und Mitglied des kaiserlichen Kriegsrates, der viel auf Reisen war und seine Frau auf einer seiner Burgen in Oberungarn allein zurückließ. Balassi nannte Frau Ungnad Julia und die meisten Liebesgedichte, die er schrieb, sind an Julia gerichtet. (Allerdings hatte er damals bereits einen kürzeren Anna-Zyklus hinter sich.) 1579-1582 leistete er als Reiteroffizier Militärdienst auf Burg Eger. Hier schloß er die Ehe mit der verwitweten, begüterten Tochter des früheren Burghauptmanns, Christianna Dobó, einer Verwandten, von der er materielle Bereicherung erhoffte. Ein Husarenstück, der Überfall auf Burg Sárospatak, erbrachte statt des erhofften Nutzens neuerliche Prozesse. Die Ehe wurde nach langen Streitigkeiten für ungültig erklärt. Die Ereignisse, Fehden, erfolglose Prozesse verursachten innere Krisen, der ursprünglich evangelische Balassi trat 1586 zum Katholizismus über, und von dieser Zeit an entstanden seine großartigen religiösen Gedichte (Hymnus secundus, Gebet, Fleht zu Gott in der Verbannung, Schenke mir den Frieden).

Gefördert wurde er in seiner Dichtkunst von drei neulateinischen Dichtern, Marullus, Angerianus und Janus Secundus, von denen 1582 in Paris ein gemeinsamer Band erschien: Poetae tres elegantissimi; von diesen übersetzte oder bearbeitete er mehrere Gedichte, nun schon auf wesentlich höherem Niveau; bezeichnend für seine Art ist das schöne Gedicht Siehst du nicht im Lenze {Dasselbe Gedicht trägt im Band den Titel: Der Weintrinker lobt den Frühling.} in treuer Anlehnung an Marullus: Non vides verno varieta flore (tecta?). Ganz und gar Balassi ist nur die letzte Strophe, die das abstrakte Bild konkretisiert:

Was Poet Marullus auf Latein geschrieben,
Wollt ich ungrisch sagen.
Neben meinem braven Roß auf weichem Rasen
Hab ich's übertragen.
Als ich mit den tapfern Knappen froh gelagert,
Frei von Not und Plagen.


Von den drei neulateinischen Dichtern wirkte am stärksten Janus Secundus auf Balassi, und nicht allein durch seine Gedichte (Basia = Küsse), sondern durch seine freie libidinöse Lebensführung. Kein ungarischer Dichter kann als Vorläufer von Balassi angeführt werden: einen echten Lyriker gab es vor ihm nicht im Lande. So mußte er eine neue persönliche Sprache für sich erfinden, auch Strophenformen, Reimtechnik, vor allem aber einen einfallsreichen faszinierenden Stil. Ein Vergleich mit Villon, den er wahrscheinlich nicht kannte, ist nicht von der Hand zu weisen, sowohl was den Charakter des Menschen und die Art des Dichters Balassi betrifft. Seine Gedichte können in drei Gruppen eingeteilt werden: Den weitesten Raum nehmen die Liebesgedichte ein, dann kommen die militanten Gedichte (s. Lob der Grenzhüter), und schließlich die religiösen.

1588 flammte Balassis Liebe zu der inzwischen verwitweten "Julia" wieder auf, und nun entstand der julia-Zyklus, bestehend aus etwa zwanzig Gedichten, und diese bilden den Höhepunkt von Balassis Dichtkunst. Die Liebesleidenschaft wird in kunstvollem Aufbau mit frappanten Worten ausgedrückt, packende Naturbilder, erlauschte persönliche Töne, Beobachtungen kommen hinzu, Nuancen, die nur den ganz Großen eigen sind.

Um 1589 sammelte Balassi seine Gedichte in einen eigenhändig geschriebenen Band, der erst im folgenden Jahrhundert gedruckt wurde (mit einigen Auslassungen zugunsten der religiösen und kämpferischen Gedichte), aber auch so ist zu ersehen, daß Balassi seine Gedichte als ein einheitliches Ganzes komponierte, so daß diese - wenn auch nicht in chronologischer Ordnung - einen biographischen Versroman ergeben. Die Biographie beinhaltet die Geschichte einer leidenschaftlichen und hoffnungslosen Liebe (zumal Julia nichts mehr von ihm wissen wollte). Zwei Gedichte in diesem Band: Über díe Wienerinnen Susanna und Anna-Maria sowie Über eine polnische Zitherspielerin lassen ahnen, daß der Dichter sich zwischendurch zu trösten wußte.

In den nachfolgenden Jahren entfernte sich Balassi von der bis dahin bevorzugten Liedform. Nun zog er die epigrammatisch komprimierten Gedichte und die meist religiöse Gedankenlyrik vor. Von den Gedichten aus den letzten jahren des Dichters ist wenig erhalten; glücklicherweise wurden fünf Epigramme aus den Jahren 1592/93. und zwar in der Handschrift des Dichters, gefunden. Aus einem dieser Epigramme erfahren wir den Namen der wahrscheinlich letzten Liebe des Dichters, nachdem Coelia uns bereits aus mehreren prächtigen Gedichten bekannt war:

Lang liebt ich julia,
heiß liebt ich Coelia
manch schönes jahr.
Jener mit Schmerzen,
dieser von Herzen
hörig ich war.
Jetzt ist alleine
Fulvia die meine -
sie ich bewahr.

Feststeht, daß der große Lyriker in den kaum sechzehn Jahren seiner produktiven Zeit sich immerfort zu erneuern vermochte, sein früheres Ich jedesmal überragend.

In seiner schaffensfreudigsten Zeit schrieb er auch ein Theaterstück mit dem Titel Schöne ungarische Komödie, eigentlich eine Bearbeitung des Hirtenspiels Amarilli von Cristoforo Castelletti, aber es wurde schon wiederholt festgestellt, daß das Werk des Ungarn bedeutend wertvoller ist als das leichte italienische Original.

Im Prolog zur Schönen ungarischen Komödie schreibt der Dichter in Prosa unter anderem: "Nun, ich wollte eben die ungarische Sprache damit bereichern, man sollte erfahren, daß auch im Ungarischen sein kann, was in anderen Sprachen ist..." Aber auch über diesen philologischen Zweck hinausgehend, bricht der Dichter eine Lanze für die Liebesdichtung, als eine Art der persönlichen Freiheit.

Das letzte Gedicht schrieb Balassi im Lager vor Esztergom, schwer verwundet unter fürchterlichen Qualen; es ist ein Gebet, und die letzten Worte des Dichters, die ein Jesuitenpater aufzeichnete, lauteten:

"Herr, ich war dein Soldat, und ich ging in deiner Schar."

Das Gedicht ist übrigens eine Paraphrase eines Psalms, darin stehen die Zeilen:

Des Verbandes bar bring ich sie Dir dar, Sieh die brandige Wunde mein, heilen kannst sie Du allein...

Géza Engl


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