CÍMLAP
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Festschrift für András Vizkelety zum 70. Geburtstag INHALTSVERZEICHNIS, ZUM GELEIT |
Inhaltsverzeichnis
Tabula gratulatoria
Zum Geleit
Auf Schmuggelpfaden
András Vizkelety im Gespräch mit Marcell Mártonffy
Beiträge
I. Antike und Mittelalter
- TAMÁS ADAMIK: Horazens Hymnus auf Bacchus (2, 19)
- PETER KERN: Gottfried von Straßburg und Ovid
- MAX SCHIENDORFER: Salme und Morolf: Protagonisten contre coeur
- HELMUT TERVOOREN: Helden im Minnesang - Minnesänger in der Heldendichtung
- HARTMUT FREYTAG: Zur Paradiesesdarstellung im Armen Heinrich Hartmanns von
Aue (Vers 773-812). Eine Skizze
- ALFRED EBENBAUER: Flore in der Unterwelt. Eine Spekulation
- THOMAS BEIN: 'Frau Welt', Konrad von Würzburg und der Guter: Zum literarhistoriographischen
Umgang mit weniger bekannten Autoren
- HELMUT BIRKHAN: "Ditz sind abenteure" - Zur Herkunft einiger Motive
im Apolloniusroman des Heinrich von Neustadt
- MÁRTA NAGY: "Jch mues fliegen mit Tawbenfederen ..." - Mechthilds
von Magdeburg Fließendes Licht der Gottheit als Modell gottgefälliger Lebensführung
in der Budapester Teilüberlieferung
- EDIT MADAS: Zur Geschichte der Dominikanerpredigt im Ungarn des 13.-14.
Jahrhunderts
- GÁBOR SARBAK: Über die Tätigkeit des Ordensreformers Leonhard Huntpichler
OP in Ungarn
- GÉZA ÉRSZEGI: Zum Wirken des päpstlichen Legaten Nicolaus Bocassini in Ungarn
- PAVEL SPUNAR: Jan Hus und der Vers Lukas 14,23
- PÉTER LÖKÖS: Die Praxis der übersetzerischen Explizierung im Puch von menschlicher
aigenschafft des Petrus von Ainstetten
- MAX SILLER: Ein Tiroler Bauernspottlied aus der Zeit um 1435
- LÁSZLÓ VESZPRÉMY: Kaiser Karl der Große und Ungarn
- PÉTER ERDŐ: Unterricht des Partikularkirchenrechts im Spätmittelalter. Anmerkungen
zu einer schlesischen Handschrift (Berkeley, Robbins Collection MS 3)
- URSULA WINTER: Zwei codices discissi in Einbänden der Berliner Phillipps-Handschriften
II. Frühe Neuzeit
- ÉVA HORVÁTH: Johannes Aventinus: Zeitpuech oder Chronica. Bemerkungen zu
einer Handschrift in der Széchényi-Nationalbibliothek Budapest (Cod. germ.
52, 4)
- GEDEON BORSA: Über deutsche Buchdrucker des 15. und 16. Jahrhunderts in
Ungarn
- ANDRÁS BALOGH: "Als der Turck [...] hin und her weberte": Zur
deutschen Flugschriftliteratur des frühen 16. Jahrhunderts über Ostmitteleuropa
am Beispiel des Textes VD 169
- ANTON SCHWOB: 'Toleranz' im Türkentraktat des Georg von Ungarn. Eine Infragestellung
- MIHÁLY BALÁZS: Der 'Reformationsdialog' und die ungarischen Antitrinitarier
- BÁLINT KESERŰ: Hat der schlesische Spiritualismus Ungarn-Siebenbürgen erreicht?
Die lateinische Version der Rettung Augustin Fuhrmanns
- EMIL HARGITTAY: Die ungarischen Bezüge Wilhelm Lamormainis und der Ferdinandi
II. Romanorum Imperatoris Virtutes (1638)
- TÜNDE KATONA und MIKLÓS LATZKOVITS: Die Poetik der Stammbücher im Queroktav.
Überlegungen anhand der Weimarer Stammbuchsammlung
- PÉTER ÖTVÖS: Selbstverteidigung, Selbstzitat und Selbstzensur bei Martin
Opitz
- LÁSZLÓ JÓNÁCSIK: Zur Parodie der 'Hohen Liebeslyrik' im Deutschland des
17. Jahrhunderts: Die Gattung 'Schönheitsbeschreibung'
- TAMÁS BALOGH: Constantijn Huygens als Maler
III. 18.-20. Jahrhundert
- WERNER LENK: Das Projekt einer brandenburgischen Stadt der Wissenschaften
und der Künste aller Völker der Erde
- LÁSZLÓ SZELESTEI-NAGY: Gerhard Cornelius Driesch in Ungarn
- WOLFGANG MILDE: Zu Lessings Wolfenbütteler Bibliothekariat: Ein Bücherbestellschein
in Budapest
- LESLIE BODI: Grenzen der Aufklärung: Das Sprachdekret von 1784 und die Folgen
(Aufklärung, Staat, Nation, Sprache - Deutschland und Österreich)
- LÁSZLÓ TARNÓI: Goethes An Schwager Kronos in einer zeitgenössischen Adaptation
- MAGDOLNA OROSZ: Antike und/oder Mittelalter: Bezugspunkte romantischer entwicklungsgeschichtlicher
Betrachtungen
- ALFRED DOPPLER: Witiko, der Wald und die Waldleute
- ISTVÁN J. SCHÜTZ: Erscheinungsweisen der isländischen Teufelsgestalt in
der Volkssagen- und Märchensammlung des Jón Árnason
- KÁROLY CSÚRI: Das 'apokalyptische Schema' als Kompositionsgesetz. Über einen
typologischen Aspekt von Georg Trakls Gedichten
- ZOLTÁN SZENDI: "der Gestirne stiller Mittelpunkt": Die motivische
Bedeutung der Blinden-Figur in der Lyrik Rainer Maria Rilkes
- FERENC SZÁSZ: Dichtung als Lebenshilfe: Zur Wirkungsgeschichte von Rainer
Maria Rilkes Gedichtband Das Stunden-Buch
- ZSUZSA BOGNÁR: Hofmannsthals Vortrag Poesie und Leben als postmoderner Ansatz
- EDIT KIRÁLY: Der Autor als Mediävist: Der Fall Heimito von Doderer
- ÁRPÁD BERNÁTH: Drei Erscheinungsformen der Lohengrin-Thematik in Heinrich
Bölls Schriften
- BARBARA MARIACHER: Die 'Erzeugung von Widerspruch'. Überlegungen zur Rolle
des Erzählers in Albert Drachs Grossem Protokoll gegen Zwetschkenbaum
- ANTONIA OPITZ: Der Nibelungen Einkehr in die DDR-Literatur
- ULRICH MÜLLER: Heinrich von Ofterdingen, Kürenbergers Falken-Lied, Novalis und der Ofterdingen-Roman von Johannes Rüber (1988)
IV. Sprachwissenschaft, 'Interkulturalität' und Forschungsgeschichte
- ANDRÁS KERTÉSZ: Über die Autonomie der germanistischen Linguistik
- GYÖRGY HELL: Das Abenteuer der Satzglieder. Über Grundlagen der Satzgliedlehre
- IMRE SZIGETI: Wer ist ein Zweitkläßler und was hat ein Zitater damit zu
tun? Über Zusammenbildungen im Deutschen und im Ungarischen
- ERZSÉBET MOLLAY: Eine vergleichende Betrachtung des niederländischen und
ungarischen Sprichwortschatzes
- KÁROLY MANHERZ: Identität und Sprachgebrauch bei den Ungarndeutschen
- PÉTER VARGA: "Wo gehörte ich eigentlich hin?" - Deutsch-jüdisches
Leben im Ungarn des 19. Jahrhunderts
- MORITZ CSÁKY: Ethnisch-kulturelle Heterogenität und Moderne: Wien und Zentraleuropa
um 1900
- PAUL RICHARD BLUM: Europa - ein Appellbegriff
- LÁSZLÓ SZÖRÉNYI: Wissenschaftliche Beziehungen zwischen Wolfenbüttel und
Ungarn
- ANTAL MÁDL: Das Nibelungenlied - ein "immergrünes" Thema der ungarischen Germanistik Verzeichnis der Schriften von András Vizkelety
Zum Geleit
Seinen Freunden, Kollegen und Schülern ist es eine besondere Ehre und Freude, Herrn Professor Dr. András Vizkelety zu seinem 70. Geburtstag diese Festgabe überreichen zu dürfen, um Glückwünsche, fachliche wie menschliche Hochachtung und Dank für vielfältige Einsichten, Anregungen und Förderung zum Ausdruck zu bringen.
András Vizkelety wurde am 26. August 1931 in Tata (dt. Totis) geboren. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Gy˘r (dt. Raab) und in Tata studierte er Philosophie und Theologie an der Theologischen Hochschule des Ungarischen Piaristenordens, anschließend Germanistik und Hungarologie an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest. Nach dem Abschluß seines Studiums im Jahre 1957 begann er in der Handschriftenabteilung der Széchényi-Nationalbibliothek zu arbeiten, wo er fast dreißig Jahre als wissenschaftlicher Bibliothekar als Referent, Bibliotheksrat und zum Schluß als Oberbibliotheksrat wirkte. 1984 übernahm Professor Vizkelety die Leitung der Forschungsstelle Fragmenta codicum in bibliothecis Hungariae, eines ansehnlichen Orts kodikologischer und philologischer Forschung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.
Die akademischen Titel erwarb Professor Vizkelety mit Abhandlungen, die auch außerhalb des regionalen gelehrten Lebens auf Beachtung stießen: seine Untersuchung über den Budapester Oswald (1961), die Analyse über die Denkmäler mittel-alterlichen deutschen Schrifttums in Ungarn (1975) und zahlreiche andere, diese Ansätze weiterführende Studien bekamen große Resonanz. Die internationale Bedeutung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit wurde 1990 mit dem Gottfried-von-Herder- Preis der Stiftung F.V.S. zu Hamburg anerkannt. Seit 1998 ist András Vizkelety Korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, wo er in der Kommission für Literaturwissenschaft und Kulturgeschichte tätig ist. Er ist Mitglied der Internationalen Vereinigung für Germanistische Sprach- und Literatur-wissenschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik, des Comité International de Paléographie latine und wirkt in der Redaktion der Zeitschriften Magyar Könyvszemle und Irodalomtörténeti Közlemények, ferner im Redaktionsrat der Zeitschrift Germanistik mit. Professor Vizkelety ist Präsident des Komitees Österreich-Ungarn der Österreichischen und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, er war Gründer und erster Präsident der Gesellschaft ungarischer Germanisten.
Jeder, der ihn kennt, weiß, was für ein ausgezeichneter Lehrer András Vizkelety ist und wie er sein unerschöpfliches Wissen mit bezaubernder Ausstrahlung und großer Bescheidenheit weitergeben kann. So vermag er mit seinen Vorlesungen über die deutsche Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, die er seit 1976, dem Jahr seines ersten Lehrauftrags als Universitätsdozent am Germanistischen Lehrstuhl der Eötvös-Loránd-Universität, in deutscher und ungarischer Sprache an verschiedenen Hochschulen hält, die Studenten immer wieder zu faszinieren. Nach der Gründung der Katholischen Péter-Pázmány- Universität konnte er das dortige Germanistische Institut aufbauen, das er von 1993 bis 1995 leitete und an dem er auch heute unterrichtet. Der 1990 zum Universitätsprofessor ernannte András Vizkelety bekommt seit mehr als dreißig Jahren regelmäßig Einladungen zu Gastvorträgen an Universitäten und in Forschungsinstituten in ganz Europa, so las er u.a. in Berlin, Bonn, Eichstätt, Gießen, Göttingen, Hamburg, Heidelberg, Marburg, München, Stuttgart, Graz, Salzburg, Wien und Rom.
Die wissenschaftlichen und wissenschaftsorganisatorischen Verdienste von András Vizkelety brauchen nicht eigens gewürdigt zu werden; an dieser Stelle sei lediglich auf das Verzeichnis seiner Schriften und das internationale Echo seiner Publikationen verwiesen. Was wir über ihn noch gerne kundgeben möchten, möge er selbst in einem Interview sagen, das zum ersten Mal im Jahre 1993 in der katholischen Zeitschrift Vigilia auf ungarisch veröffentlicht wurde und nun in unserem Band in deutscher Übersetzung zu lesen ist.
Zum Titel der vorliegenden Studiensammlung haben wir den Vers "swer sînen vriunt behaltet, daz ist lobelîch" ('Wenn man seinem Freund die Treue hält, das ist lobenswert') aus dem Kürenberger-Corpus der Budapester Minnesangfragmente gewählt, durch deren Entdeckung die Standardausgabe Des Minnesangs Frühling eine bedeutende Erweiterung erfahren hat; unserem Jubilar ist dadurch die vielleicht größte internationale Berühmtheit zuteil geworden. Im Sinne dieser Beständigkeit haben wir Kollegen, Schüler und sogar Lehrer von András Vizkelety angesprochen, ihn mit einem für diesen Band verfaßten Beitrag zu grüßen. Das breite Spektrum der behandelten Themen ist mit den mannigfaltigen Forschungsgebieten der Eingeladenen zu erklären. Die Mehrzahl der Studien untersucht naturgemäß mediävistische oder frühneuzeitliche Probleme. Viele Kollegen und ehemalige Studenten jedoch, die von Professor Vizkelety wichtige Impulse für die eigene wissenschaftliche Tätigkeit bekommen haben, schreiben über Fragen ihres eigenen Faches. Die Reihenfolge der Beiträge verbindet chronologische Anordnung mit disziplinärer und thematischer Gruppierung.
Den Herausgebern des Bandes, die durch ihre eigenen Fachrichtungen die dominanten Forschungsbereiche des Jubilars, also Hungarologie, Germanistik und interdisziplinäre Mediävistik, zusammenführen wollten, bedeutete die Arbeit am vorliegenden Buch viel Freude, ermutigende Erfahrung und eine klare Bestätigung der Existenz wissenschaftlicher wie menschlicher Beständigkeit. Ihnen ging vor dem Abschluß der Redaktion das wohl berühmteste Lied über den schön erzogenen Falken des Kürenbergers durch den Kopf, der seiner Herrin entflieht. In der Schlußsentenz des Liedes heißt es: "got sende sî zesamene, die gelieb wellen gerne sîn!" ('Gott führe sie zusammen, die einander gerne lieben wollen!').
Nehmen Sie, lieber Herr Professor, unsere Festgabe in diesem Sinne als ein treues und freundliches Zeichen der Liebe und Hochachtung einer kleinen, dankbaren wissenschaftlichen Gemeinschaft.
Für die Förderung des Bandes danken wir folgenden Institutionen: BookSchütz Studio, Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Budapest, Germanistisches Institut der Philosophischen Fakultät der Katholischen Péter-Pázmány-Universität, Germanistisches Institut der Philosophischen Fakultät der Eötvös-Loránd-Universität, Österreichisches Ost- und Südosteuropa-Institut - Außenstelle Budapest, Österreichisches Kulturforum Budapest, Sekretariat des Stellvertretenden Staats-sekretärs für Hochschul- und Wissenschaftswesen im Ungarischen Ministerium für Bildung, Stiftung Aktion Österreich-Ungarn, Stiftung Klebelsberg Kunó, Széchényi Nationalbibliothek Budapest, Ungarische Goethe-Gesellschaft.