Katholische Reform
Der vielleicht wichtigste Erneuerungsprozeß in der Geschichte der katholischen Kirche. Seinen Anfang nahm er, nach den Reformversuchen des 15.-16. Jahrhunderts in Italien und Spanien, mit den Reformbeschlüssen des Tridenter Konzils (1545-1563). Die wichtigsten Ergebnisse der katholischen Reform: Gründung neuer Orden und durch deren Tätigkeit Aufschwung im Bereich der katholischen Schulung und Bildung; Bischöfe und Priester neuen Typs, die entsprechend ausgebildet waren und sich um die ihnen anvertrauten Gläubigen kümmerten; eine auf breiteren Kenntnissen des Katechismus basierende, eifrigere Religiosität im großen Kreis der Gläubigen. All das waren eher Erscheinungen der inneren Erneuerung der katholischen Kirche denn des Kampfes gegen die Reformation. In jenen Ländern, wo sich die Reformation schon verbreitet hatte (Habsburgländer und Frankreich), unternahm die katholische Kirche im Bündnis mit der Staatsmacht natürlich alles, um die protestantischen Kirchen zurückzudrängen (bewaffnete Kirchenbeseztung, gewaltsame Bekehrung). Deshalb waren die Erscheinungen der katholischen Reform und der Gegenreformation in diesen Gebieten oftmals nahezu untrennbar miteinander verflochten. Obwohl in Ungarn zur Herrschaftszeit Rudolfs I. und Leopolds I. eher die gegenreformatorische Strömung im Vordergrund stand, kann man das Schaffen des Graner Erzbischofs Péter Pázmány (1616-1637) als Höhepunkt der katholischen Reform in Ungarn betrachten.
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