Anabaptisten (Wiedertäufer, griech. ana "wieder" + Baptist)

Anabaptistischer Töpfer
Radikaler, auch volkstümlich genannter Zweig der Reformation, der sich ab 1521, in erster Linie nach dem Auftreten Thomas Münzers (1489-1525), auf deutschem Gebiet verbreitete. Das Wesen ihrer Lehren bestand darin, daß sie die Kindstaufe ablehnten und deshalb die ihnen beitretenden Erwachsenen erneut tauften. Wegen ihrer Ansichten über die Vermögensgemeinschaft hatten sie starken Zulauf aus dem Volk. Die von religiösem Fanatismus geprägten sozialen Spannungen führten schließlich zum deutschen Bauernkrieg (1524-1526), den die deutschen Fürsten blutig erstickten. Danach führten die Wiedertäufer in der Stadt Münster eine Art kommunistisches Regime ein, das sich ganze 18 Monate halten konnte (1533-1535). Nach ihrer Niederschlagung lebten gemäßigtere Strömungen in kleineren Diasporen weiter. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts siedelten sich anabaptistische Handwerker aus Mähren (Neophyten, Wiedertäufer) auch in Ungarn an, die wegen ihres Rufs als gute Meister nicht nur bei den ungarländischen Grundbesitzern, sondern auch beim siebenbürgischen Fürsten Gábor Bethlen gern gesehen waren. Mitte des 18. Jahrhunderts hatten die Jesuiten einen Großteil von ihnen rekatholisiert, und diejenigen, die ihrem Glauben treu blieben, wanderten aus.

ÁM