Konfraternitas (lat. confraternitas, Bruderschaft)
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit religiöse Vereinigungen, die in vielen Fällen an einzelne Orden gebunden waren. Ihre Mitglieder konnten sowohl Priester als auch Weltliche sein. Ihr Ziel war die Vertiefung der Religiosität oder Hilfe im Zeichen der christlichen Nächstenliebe. Die ersten Anfänge der Bruderschaften sind aus dem 4. Jahrhundert bekannt, in Ungarn erschienen sie Ende des 11. Jahrhunderts. Die im Spätmittelalter von Meistern derselben Gewerbe gegründeten Bruderschaften sind in gewisser Hinsicht (z.B. Interessenvertretung) als Vorläufer der Zünfte zu betrachten. Als Namen der Bruderschaft wählten sie den Namen eines Heiligen oder einer gottgefälligen Sache. In Ungarn gab es viele sog. Kalendenbruderschaften, die am ersten Tag jeden Monats eine Messe für das Seelenheil ihrer verstorbenen Mitglieder lesen ließen (lat. Kalendae = erster Tag des Monats). Ihre Blütezeit erlebten die Bruderschaften bei uns im 14.-15. bzw. 18. Jahrhundert, und in der einen oder anderen Form bestehen sie noch heute.
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