Lizentiat (lat. licentia, Genehmigung)
Lizentiaten nannte man in Ungarn im 16.-17. Jahrhundert jene weltlichen Männer, die wegen des Priestermangels mit bischöflicher Genehmigung die katholischen Pfarren leiteten und auch kirchliche Funktionen versahen (Verlesen des Evangeliums, Mitwirkung bei Taufen, Bestattungen, Eheschließungen), die keine Priesterweihen erforderten. Besonders im türkisch besetzten Teil Ungarns erwarben sich diese Lizentiaten große Verdienste bei der seelsorgerischen Betreuung der ungarischen Katholiken. Anfang des 18. Jahrhunderts verschwand die Institution des Lizentiats.
AM |
|