Apáczai Csere, János (1625, Geist - 1659, Klausenburg)
Absolvierte als Schüler des ausgezeichneten Wissenschaftlers Heinrich Bisterfeld die reformierte Mittelschule in Karlsburg. Erhielt ein Stipendium und ging in die Niederlande, wo er promovierte und auch heiratete (sein Frau war Aletta van der Maet). 1653 nach Hause zurückgekehrt, erhielt er eine Anstellung in Karlsburg. Er wollte das siebenbürgische Unterrichtswesen im Geiste des Puritanismus reformieren, doch seine Anstrengungen blieben erfolglos. In seinem Lebenswerk bilden alle modernen Geisteströmungen des Zeitalters: Enzyklopädismus, Puritanismus, Kartesianismus, ein einheitliches System. 1654 erschien sein Buch Magyar logikácska (soviel wie: Kleine ungarische Logik), in dem er versuchte, die Fachterminologie der Philosophie in ungarischen Worten auszudrücken. Sein Hauptwerk, die Ungarische ecyclopaedia (Utrecht 1655), beruht auf den Arbeiten und Ergebnissen Bisterfelds und Alsteds. Ziel dessen war, das gesamte Wissen seiner Zeit in ungarischer Sprache für den Schulgebrauch zusammenzufassen. Ein großer Verdienst seines Werkes ist die stark naturwissenschaftlich geprägte Denkweise und die Begründung des naturwissenschaftlichen ungarischen Wortschatzes. Von seinen orthodoxe reformierte Ansichten vertretenden Gegnern wurde er bei einem öffentlichen Disput erniedrigt, danach kündigte ihm György Rákóczi II. seine Stellung (1655). Dank des Einflusses von Zsuzsanna Lorántffy fand er ein Jahr später in Klausenburg wieder eine Lehrerstelle. Doch damals war seine Gesundheit - wegen des "schrecklichen Lernens", wie sein Schüler Miklós Bethlen schrieb - bereits stark angegriffen, und kurze Zeit später verstarb er.
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