Bann (böser Blick)

Das Beschwören mit Blicken bzw. dessen Ergebnis. Es war in ganz Europa bekannt. Seine Wurzeln lassen sich bis ins Altertum zurückverfolgen. Der diesbezügliche Aberglaube und die damit verbundenen Zauberformeln (Schutzmaßnahmen und Heilmethoden) lebten vor allem in Süd- und Südosteuropa sowie im Nahen Osten. Die abergläubischen Vorstellungen im ungarischen Volk schreiben den bösen Blick in erster Linie Hexen zu, aber auch Menschen, die aufgrund bestimmter äußerer Merkmale (zusammengewachsene Augenbrauen, stechender oder schielender Blick) über diese Fähigkeit verfügen. Bannen kann desweiteren jeder, der bei einem wichtigen Ereignis oder Verfahren ungerufen anwesend ist sowie jemanden oder etwas bewundert bzw. lobt. Man unterscheidet den absichtlichen oder ungewollten Bann. Dem Aberglauben zufolge kann jedes schwache, schutzlose Lebewesen mit dem bösen Blick geschlagen werden, hauptsächlich also neugeborene Kinder, weiters Fohlen, Lämmer, Ferkel, Küken usw.

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