Vakuf

Mildtätige religiöse Stiftung zwecks Unterhaltung der Dschamis, Moscheen, Bibliotheken, Armenküchen und anderen religiösen oder sozialen Einrichtungen sowie zur Abdeckung der Bezahlung der dort Beschäftigten. Ursprünglich handelte es sich bei den Vakuf-Gütern und Vakuf-Einkünften um Privatvermögen, das der Stifter in der Stiftungsurkunde der begünstigten Einrichtung zur Verfügung stellte. Von da an waren die Vakuf-Einkünfte selbst für das Schatzamt unantastbar. Sie konten weder verkauft noch vererbt werden. Zu den bekanntesten Stiftern gehörten Sultane und ihre Familienmitglieder, bekannte Paschas und Beis, die auf diesem Wege für den Erhalt der von ihnen gegründeten religiösen Einrichtungen sorgten. Auch im türkenzeitlichen Ungarn sicherten solche Stiftungen das Weiterbestehen zahlreicher Dschamis, Derwischklöster, Medressen und Armenküchen.