morbus hungaricus

Dotis 2
Bezeichnung einer Krankheit, die im 16.-18. Jahrhundert in Ungarn sehr häufig war und so dem Land zu einem zweifelhaften Ruf verhalf. Es dürfte eine Mischung von Typhus, Malaria und Ruhr gewesen sein, die von den hier dienenden Söldnern auch in andere Gegenden verschleppt wurde. Zeitgenössischen Quellen zufolge sind die Ursachen der Krankheit in den extremen ungarischen Witterungsverhältnissen, den Ausdünstungen der hiesigen Sümpfe, den Parasiten, die sich in diesen Sümpfen vermehrten und den Menschen angriffen, sowie in der ungesunden und schlechten Ernährung zu suchen. Besonders schädlich war in diesem Zeitalter das Wassertrinken, weil das Wasser häufig verseucht war und die Krankheit verbreitete. Die Symptome der Krankheit sind aus einer Beschreibung des Lagerarztes Jordanus bekannt, und man weiß auch, daß die Soldaten, die nachts unter freiem Himmel in frischer Luft schliefen, im allgemeinen wieder gesund wurden. Häufiger war jedoch, daß sie an der Krankheit starben.

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