Dica (lat., staatliche Kriegssteuer)

Goldforint 6
Im Mittelalter zunächst eine als Hilfe gedachte außerordentliche Kriegssteuer, über die von den Ständen auf Ersuchen des Herrschers beim Landtag abgestimmt wurde. Mit dem Vordringen der Türken, als die materiellen Quellen des Landes zu versiegen begannen, rückte sie unter die wichtigsten staatlichen Einnahmen auf und wurde deshalb regelmäßig erhoben. Ihre Einziehung erfolgte komitatsweise durch eigens damit betraute Steuereinnehmer (dicator), und zwar zweimal jährlich (im Frühjahr und Herbst) in Höhe von 1-2 Forint pro Leibeigenenpforte. Ab 1598 bildete anstelle der Pforte der Leibeigenenhaushalt die Steuergrundlage. Deshalb sind die zahlreichen sog. Dikalkonskriptionen über die Einziehung der staatlichen Steuern, die sich auf weite Gebiete des Landes beziehen, sehr wichtige Quellen der Geschichtsforschung.

IG