Gratuitus labor (lat., unentgeltliche Arbeit)
Frondienst, der hauptsächlich bei Befestigungsarbeiten an den Grenzburgen abzuleisten war. Ähnlich wie die Kriegssteuer wurde er von den ungarischen Ständen auf dem Landtag beschlossen, um die durch das Vordringen der Türken gefährdeten Burgen besser zu befestigen. Im allgemeinen zog man zu den Arbeiten die Leibeigenen aus drei oder vier Komitaten an einer der wichtigen Grenzburgen zusammen (Raab, Erlau, Szatmár usw.). Anfangs mußten sie sechs, später zwölf Tage im Jahr unentgeltlich arbeiten. In einzelnen Gebieten bestand die Möglichkeit, den Frondienst durch Geld abzulösen. Die Leibeigenschaft zahlte also nicht nur die staatliche Kriegssteuer (dica), sondern spielte mit ihrer Arbeit auch bei der Instandhaltung des Grenzburgensystems eine gewaltige Rolle.
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