SeifensiedenHerstellung von Waschseife im Hause oder durch einen Handwerker. Dazu sammelte man das ganze Jahr hindurch tierische Abfälle, Talg von Schweinen oder Rindern, und kochte die Seife in der Regel in den Wochen vor Ostern. In der Großen Tiefe wurde früher Natriumkarbonat (Soda) am Grunde ausgetrockneter Seen zusammengekehrt, woraus man unter Zugabe einer entsprechenden Menge Asche und Kalk eine Lauge kochte. Die Lauge wurde in Kesseln erhitzt, die Seifenstoffe hineingegeben, und das alles zunächst auf großer, dann auf kleiner Flamme gesiedet, bis die Seife auf der Lauge schwamm. Um weiße Seife zu erhalten, wiederholte man diesen Vorgang in neuer Lauge drei- oder viermal. Zum Schluß goß man die flüssige Seife in Holzbottiche und ließ sie mit einem Tuch bedeckt auf dem Hausboden trocknen. Nach dem Abkühlen wurde die Seife in Würfel geschnitten und erneut zum Trocknen abgestellt. IT |