Ölschläger

Ölschläger
Das Ölschlagen, bei dem der Meister in seiner Werkstatt Öl aus verschiedenen ölhaltigen Samen herauspreßte, entwickelte sich zu einem Sonderzweig des Müllerhandwerks. Das Verfahren begann mit dem Brechen bzw. Zerdrücken der ölhaltigen Samen. Dazu verwendete man entweder eine mit den Füßen betriebene oder die Rotationsenergie nutzende Brechvorrichtung (Szeklerland). Allgemeiner war das Drehwalzverfahren, wobei man in einem Bottich oder auf einer Steinplatte auf die Seite gedrehte, durch Wasserkraft oder Zugtiere angetriebene Mühlsteine kreisen ließ. Die zerkleinerten Samen wurden in Wasser zu einem Brei geknetet und dieser unter ständigem Umrühren geröstet. Diese geröstete, preßfertige Masse packte man in ein Gestell oder in ein ausgehöhltes Baumteil, setzte die Preßplatte darauf und verstärkte Masse mittels Keilen nach und nach den Druck auf die Platte. Dadurch wurde das zwischen den Fasern befindliche Öl herausgepreßt, lief heraus und tropfte ab.

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