Salpeterherstellung
Das Sammeln, Löschen, Reinigen und Kristallisieren von Salpeter (Kalisalpeter, Kalksalpeter) im Rohzustand. Mit der Verbreitung der Feuerwaffen erlangte Salpeter als unentbehrliche Komponente des Schießpulvers außerordentliche Bedeutung. Die Methoden der Salpeterherstellung bildeten sich im Spätmittelalter heraus. In Gegenden mit entsprechender Bodenbeschaffenheit verlangten auch die Türken, daß die Bauern Salpeter aufbereiten und das halbfertige Material abliefern konnten. Berühmt waren die Salpetermacher von Szabolcs und Debrezin, in deren Gegend das Sammeln salpetriger Stoffe ein regelmäßiger Nebenverdienst der Stadt- und Dorfarmen wurde. Wenn sich die in den Boden gelangenden organischen Stoffe auflösen, entstehen dort, wo es entsprechende Bakterien gibt, stellenweise große Mengen Salpeter, der durch Bodenfeuchtigkeit bzw. Niederschläge gelöscht wird. Die Lösung gelangt durch den porösen Boden an die Oberfläche, verdunstet und es bilden sich Salpeterkristalle. Diese krazte man vom Boden ab, fegte sie zu Haufen zusammen und laugte das kristalline Pulver aus. In Holzwannen, die man mit einer Filterschicht aus Stroh und Sand versah, wurde das Pulver in Wasser gelöst und abgelassen. Die so gewonnene Laugenflüssigkeit kam in Kupferöfen, in denen man sie erhitzte, mit Lauge behandelte und abkühlen ließ. Danach wurde die abgekühlte Flüssigkeit wieder in Kupferöfen gekocht und mit Aschenlauge aufgefüllt. Diesen Vorgang wiederholte man zwecks Reinigung mehrere Male. Der fertige, gereinigte Salpeter wurde in Fässern aufbewahrt und transportiert.
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