Böttcher (Faßbinder, Küfer)

Wagen zum Weintransport
Handwerksmeister, der Fässer, Wannen und Holzgefäße (Eimer, Kiepen) herstellt. Dieses Gewerbe war bis in die jüngste Vergangenheit in ganz Ungarn verbreitet und blühte besonders in den Städten der berühmten Weinbauregionen (Hegyalja, Gegend Erlau-Gyöngyös, Westungarn, Balatonoberland). Bäuerliche Böttcher arbeiteten vor allem in Hochgebirgs- und Waldgegenden. Die Böttcher von Udvarhelyszék zerstückelten den Baumstamm mit einer Säge und zerlegten die Stücke dann in Dauben. Die ausgetrockneten Dauben wurden auf einer Schnitzbank gesäubert, mit einem Schnitzmesser die Wölbung geformt und dann glatt gehobelt. Wenn die Dauben fertig waren, steckte man sie in einen Reif, befestigte jede Daube extra, und danach zog der Meister die übrigen Reife auf. Früher entstanden die Reife aus Haselbaumästen. Nachdem jede der zwischendurch verrutschen Dauben an der richtigen Stelle verklammert war, wurde der Boden angefertigt, den man nach Aufschlagen des letzten Reifs in das Faß einsetzte. Die Zeit der Böttcherarbeit in den Dörfern dauerte von Ende August bis November. Auf den Herbst- oder Wintermärkten wurden die Waren verkauft.

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