Truhe

Gezimmerte Brauttruhe
Aus Holzbrettern gezimmerte Lade, deren waagerechte Bretter in der Regel vier Eckpfeiler zusammenhalten. Zunächst spaltete man mit der Axt die Bretter und fügt sie mit einer an ihrer dickeren Längskante befindlichen Nut wie Schindeln zusammen. Der Deckel hat häufig die Form eines Hausdaches oder ist gewölbt und bewegt sich an einem aus der hinteren Wand stehenden Spund. Gezimmerte Truhen verbreiteten sich in erster Linie in Europa. Ursprünglich wurden diese Holzkisten als Särge oder Kleidertruhen verwendet, ab der Jahrtausendwende dann auch zum Speichern von Korn. Im Kreis der ungarischen Bauernschaft waren sie im 14. Jahrhundert schon allgemein verbreitet, wurden auf Märkten angeboten, und auch lokale Varianten bildeten sich in dieser Zeit heraus. In den Kirchenburgen siebenbürgischer Dörfer blieben sogar Originalexemplare (Kirchenladen) aus dem 14.-16. Jahrhundert erhalten, die man teils mit eingeritzten geometrischen Mustern, teils mit fachgerechten figuralen und Rankenmotiven verziert hatte.

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