Kassettendecke (bemalte Holzdecke)

Bemalte Holzdecke, Szentsimon
Laut Zeugnis mittelalterlicher Quellen war es in den Adelssitzen, Schlössern und seltener auch in den Heimen der Bürger von Marktflecken Brauch, die Zimmerdecken zu bemalen. Die ältesten bemalten Holzdecken des ehemaligen Ungarn stammen aus dem 15.-16. Jahrhundert. Sie entstanden meist im Auftrag von Adligen bzw. Patronatsherren. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert wächst die Zahl dieser Denkmäler im Kreise des Volkes. Bemalte Holzdecken wurden von den Meistern größerer Innungszentren angefertigt. Der Klausenburger Tischlerzunft kam im 16.-18. Jahrhundert in ganz Siebenbürgen eine wichtige Rolle zu. Die Auftraggeber ließen ihre Möbel häufig mit denselben Motiven verzieren, wie man sie an der Kircheneinrichtung oder den bemalten Holzdecken fand. Im allgemeinen wurden die Holzdecken durch Leisten in quadratische Tafeln unterteilt, das waren die sog. Kassettendecken. Die sie bemalenden Tischler wandten verschiedene Techniken an. Sie arbeiteten entweder nach Schablonen, oder frei Hand, vermutlich aufgrund der Musterbücher ihrer Meister. Der Motivschatz dieser Verzierungen wurzelt in der Ornamentik der spätgotischen Renaissance. Erhalten blieben im allgemeinen Pflanzen- und Blumenmuster, aber auch die Darstellung symbolischer Gestalten war ihnen nicht fremd.

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