studia humanitatis

Aristoteles 1
Nach der Schulreform wurden in den ungarischen Schulen die Humanwissenschaften auf höherem Niveau unterrichtet, wobei lateinische Grammatik, Logik und Poetik an erster Stelle standen. In der Tirnauer Schule gab es neben der humanistischen Grundausbildung eine Sektion für höhere Bildung, in der man lateinische und griechische Philologie unterrichtete. Hier war auch der aus den Niederlanden stammende Nicasius Ellebodius als Lehrer für griechische Philologie tätig, der in seinem Fach europäischen Ruf genoß. Ellebodius schloß sich später dem Literaturkreis des Preßburger Bischofs István Radéczi an. Dort übersetzte er die Dichtung des Aristoteles ins Lateinische und versah sie mit Kommentaren. Radéczis humanistischer Freundeskreis kam im Garten des Bischofs unter einer Linde zusammen, wo man sich die neuesten Gedichte vorlas. Mitglieder des Kreises waren Dichter und Schriftsteller wie János Zsámboky und Miklós Istvánffy. Letztgenannter verfaßte die Grabinschrift für den 1577 verstorbenen Ellebodius.

PÁ-JúSz