Schuldramen

Bühnenbild zu einem Schuldrama 1
Die Gattung erlangte vorwiegend im 17. Jahrhundert Popularität, obwohl außer Zweifel steht, daß in den ungarischen Schulen auch im 16. Jahrhundert schon Theaterspiele aufgeführt wurden. Das erste uns bekannte Schuldrama, in dem es um einen Glaubensdisput ging, trug den Titel Debreziner Disput und hatte im April 1572 in der Klausenburger Schule Premiere. Sein Verfasser war vermutlich der Unitarier György Válaszúti. Das reich mit satirischen Elementen gespickte Stück sollte den reformierten Debreziner Prediger Péter Juhász Melius, dem man den Spottnamen "Papst Peter" gab, lächerlich machen. Darüber hinaus gab man in Klausenburg 1575 auch ein Drama mit biblischer Thematik: Die drei Jünglinge im feurigen Ofen entstand auf der Grundlage des Buches Daniel. Biblische Themen waren in evangelischen, reformierten und unitarischen Schulen gleichermaßen modern. Ab dem 17. Jahrhundert verhalf die Entwicklung der katholischen Schulen der Gattung zu einer neuen Blüte. Insbesondere in den Ordensschulen der Jesuiten, Franziskaner und Pauliner legte man großes Gewicht auf das Theaterspiel, aber auch aus den Seminaren der weltlichen Geistlichen sind Dramenaufführungen bekannt.

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