Szenci Molnár, Albert (1574, Wartberg - 1634, Klausenburg)

Szenczi Molnár, Albert 2
Dichter, Schriftsteller, Übersetzer. Wurde in dem Markflecken Wartberg geboren. Als Kind durfte er Gáspár Károlyi bei dessen Übersetzung der Vizsolyer Bibel zur Hand gehen, und dieses Erlebnis bestimmte sein ganzes weiteres Leben. Studierte an den wichtigsten protestantischen Universitäten in Deutschland, unter anderem in Wittenberg und Heidelberg, bereiste aber auch Italien und die Niederlande. Weilte am Prager Hof Rudolfs II., wo er im Hause von Kepler wohnte. Seinen Lebensweg zeichnete er in dem an Eigenreflexionen reichen Tagebuch auf. Im Gegensatz zur Mehrzahl seiner Landsleute blieb er lange im Ausland und heiratete dort auch. Seine Aufnahme in den Kreis der protestantischen Intellektuellen Deutschlands verlief nicht problemlos. Zu Beginn des dreißigjährigen Krieges wurde Heidelberg, wo er wohnte, von spanischen Söldner besetzt, die ihn folterten. Nach seiner Rückkehr wurde er in Transadanubien Hofgeistlicher bei Ferenc Batthyány, ab 1625 unterstützte Gábor Bethlen seine Tätigkeit in Kaschau und später in Klausenburg. Er lernte auch die großen ungarischen Geister des Zeitalters kennen (János Rimay, János Bocatius). Seine wichtigsten Werke: Psalterium Ungaricum (Marburg 1607-1611), Dictionarium Latinoungaricum (Nürnberg 1604), Novae Grammaticae, Büchlein mit Gebeten (Heidelberg 1621), Übersetzung von Kalvins Institutio (Klausenburg 1624), Über das höchste Gut (Klausenburg 1630).

PÁ-JúSz-GU