Das Leben Bálint Balassis
Am 20. Oktober 1554 in der Burg zu Altsohl als erstes Kind einer reichen, gebildeten Maganatenfamilie geboren. Sein Hauslehrer war Péter Bornemisza, der Hofprediger der Familie. Später studierte er im Ausland, z.B. in Nürnberg (vermutlich auch an Universitäten), hatte aber nicht vor, Wissenschaftler zu werden, sondern wollte sich Bildung und Hoffähigkeit aneignen. 1575 nahm er im Auftrag seines Vaters an einem Kriegszug gegen Siebenbürgen teil, wurde verwundet und geriet in Gefangenschaft. Am Fürstenhof von István Báthory lebte er jedoch nicht als Gefangener, fand in die höheren, gebildeten Adelskreise Aufnahme und insbesondere bei den Damen Zuspruch. In diesem Zeitraum entstanden seine ersten bedeutenden Gedichte. Außer dem Ungarischen beherrschte er acht Sprachen: Latein, Slowakisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Türkisch, Deutsch und Italienisch.
1577 verstarb sein Vater und hinterließ dem Dichter Rechtsstreitigkeiten und ungeordnete materielle Verhältnisse. Diese konnte er bis zu seinem Lebensende nicht klären, höchtens sie weiter verschlechtern. Mit einer Heirat hätte er seine Vermögenssituation zwar regeln können, doch dies blieb ihm versagt. 1578 lernte er die große Liebe seines Lebens, Anna Losonczy, kennen, die damals noch verheiratet war (in dieser Zeit schrieb er die Anna-Gedichte). Der erste Abschnitt ihrer Beziehung dauerte bis 1584. Denn im gleichen Jahr nahm Balassi mit Ausblick auf die Mitgift seine Base Krisztina Dobó zur Frau, von der er sich aber nach drei Jahren wieder trennte. Anschließend versuchte er, seine Beziehung zu der zwischenzeitlich verwitweten Anna wieder aufzufrischen (Julia-Gedichte), die ihre Hand (und ihr Vermögen) jedoch einem anderen schenkte. In diesen und auch den späteren Jahren hatte er zahlreiche Abenteuer. Von einigen kann man in seinen Gedichten lesen, während die zweifelhafteren in Prozeßakten verewigt sind.
Ein ständiger Begleiter auf seinem Lebensweg war neben der Liebe und Rechtsstreitigkeiten auch der Soldatendienst. Nach den siebenbürgischen und polnischen Kriegszügen kämpfte er als Leutnant in Erlau (1579-1581). Doch der Rang des Burgkapitäns wurde ihm vom vom Habsburghof verweigert, und obwohl er katholisierte (1586), blieb er weiterhin in Ungnade. Nachdem Balassi am langen Feldzug gegen die Türken sowie mehreren erfolgreichen Schlachten teilgenommen hatte, wurde er am 19. Mai 1594 bei der Belagerung von Gran an beiden Beinen verwundet und starb am 30. Mai an Blutvergiftung.
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