Zrínyi, Miklós - Dichter und Heerführer (1. Mai 1620, Ozaly in Koratien - 18. Nov. 1664, Csáktornya)
Einer der bedeutendsten ungarischen Heerführer, Politiker und Dichter des 17. Jahrhunderts, Urkenkel des Helden von Szigetvár. Miklós und sein jüngerer Bruder Péter verwaisten früh. Ihr Vormund war Péter Pázmány. Doch erzogen wurden sie von einer gebildeten protestantischen Dame, Éva Poppel von Lobkowitz, deren Gatte, Ferenc Batthyány, katholisierte, so daß die Brüder religiöse Toleranz erfuhren. Miklós studierte in Graz, Wien und Tirnau, machte eine Studienreise nach Italien, wurde in Rom vom Papst persönlich empfangen. Nach seiner Rückkehr trat er in die Fußstafen seiner Ahnen und zeichnete sich in den Kämpfen gegen die Türken aus. Er hatte riesige Besitzungen geerbet, die er mit seinem Bruder teilte, aber durch seine Heirat (Eusebia Mária Draskovich) und auf andere Weise auch vergrößerte. In Csáktornya richtete er sich seinen Hof ein. Ab 1647 bis zu seinem Tode Ban von Kroatien, Hauptkapitän der Burgen am Fluß Kulpa und Mur. 1661 ließ er zur großen Empörung der Türken am linken Ufer der Mur die Burg Új-Zrínyivár errichten, die seine Güter schützen sollte, und bewies bei seinem Winterfeldzug 1664 persönlich, daß man gegen die Türken auch erfolgreich sein konnte. Sein Hauptziel war, die Türken aus Ungarn zu vertreiben, und sowohl mit dem Bau der neuen Burg, als auch mit dem Winterfeldzug wollte er das Augenmerk Europas auf die Türkenfrage lenken. Das gelang ihm, denn ab Mitte der 1660er Jahre wuchs das Interesse am Kriegsschauplatz Ungarn wieder. Die Vertreibung der Türken durfte er jedoch nicht mehr erleben: Im Herbst des Jahres 1664 wurde er bei der Jagd auf seinen Gütern von einem Keiler verletzt und starb an den Folgen der Verletzung. (Die Öffentlichkeit glaubte natürlich nicht an einen Zufall. Vom Augenblick der Tragödie an erzählte man sich Legenden über seine Ermordung bzw. einen politischen Anschlag, was der Realität aber nicht entspricht.) Die gleichen Ziele wie als Politiker und Heerfürherer verfolgte er auch als Dichter und Verfasser militärwissenschaftlicher Schriften. Davon zeugen seine bedeutendsten Werke: Kleines Lagertraktat (militärwissenschaftliche Abhandlung, 1646), Belagerung von Szigetvár (1647-Winter 1648), Sirene des adriatischen Meeres (Wien 1651), Leutnant Vitéz (militärwissenschaftliche Abhandlung, 1653), Die Zeit und die Berühmtheit (Epigrammzyklus, 1653) Gedanken über das Leben König Matthias' (1657), Elegie zum Todes seinen kleinen Sohnes (1659), Medizin gegen das türkische Opium (politische Schrift, 1663).
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