Schriftgießen
Die Idee zu Johann Gutenbergs Erfindung entstammt dem Goldschmiedehandwerk. Die Goldschmiede gravierten an der Spitze ihres Stahlstempels - seitenverkehrt - die in Erz zu gießende Darstellung ein, die dann durch einen Schlag auf den Stempel in eine Blei- oder Kupferplatte gedrückt wurde. In die so entstandene Matrize gossen sie das Positivrelief. Das war die Grundlage des Schriftschneidens. Die Schriftschneider fertigten von allen Typen Serien in zahlreichen Größen an. Eine schwierigere Sache war das Schrifgießen. Gutenberg erdachte eine Vorrichtung zum Typengießen, mit dessen Hilfe man pro Minute 5-6 Buchstaben gießen konnte. Diese Vorrichtung stellte die wirkliche Neuheit dar, denn die anderen Hilfsmittel - die einzelnen Buchstaben, die Presse, die Farben - hatte man zu anderen Zwecken auch früher schon verwendet. Das Buchstabenschneiden und -gießen war ein seltenes, geachtetes Handwerk. In Ungarn dürfte sich im 16. Jahrhundert wohl allein Raphael Hoffhalter, der bestgeschulte ungarländische Drucker, darauf verstanden haben. Er hatte das Handwerk in Zürich und Wien erlernt und war daneben auch als Holzschnitzer und Kupferstecher bekannt.
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