Matthiaskult

König Matthias
Gáspár Heltai knüpft mit seiner Cancionale und Chronica an den Matthiaskult der Humanisten an und interpretiert ihn um. Er möchte den idealen, tugendhaften Fürsten in Matthias zeigen, wobei er die früheren ungarischen Könige nur insofern für wichtig hält, als sie entweder sozusagen ein "Vorschuß" auf Matthias waren (im Falle "guter Fürsten" wie z.B. Karl I.) oder aber dessen negative Spiegelbilder darstellen. Mit der Verherrlichung des gerechten, frommen, starken und entschlossenen Königs Matthias beabsichtigte Heltai, den siebenbürgischen Fürsten ein Vorbild zu schaffen. Die Familie Szapolyai baute den Hunyadikult in ihre die Idee des nationalen Königtums pflegende Antihabsburg-Propaganda ein, und als die Familie Báthory den Fürstenthron erbte, übernahm sie diese Idee. Auch der Dichter Miklós Zrínyi wurde später vom siebenbürgischen Fürsten (György Rákóczi II.) dazu angehalten, seine Betrachtungen über Matthias aufzuschreiben (1657).

PÁ-JúSz