Heiratsgesänge
Im 16. Jahrhundert beliebter Gedichtstyp. Eine von den antiken und humanistischen Epithalamien abweichende Gattung, die gern poetische Wendungen, aber auch Metaphoren, Gleichnisse in der Sprache des Volkes verwendet. Sie ist Ausdrucksform der volkstümlichen Kultur. Die Länge der Heiratsgesänge ist sehr unterschiedlich. Es gibt kürzere, witzige, Frauen verspottende Verse, und es gibt längere Gedichte, die in detailliert ausgearbeiteten Bildern ehemalige Volksbräuche, Spiele oder Sprichwörter darstellen. Einer der gelungensten Heiratsgesänge ist das spöttische Lehrgedicht Adhortatio mulierum (Frauenermahnung, um 1550) eines Namenlosen aus der Gegend am Fluß Szamos.
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