Manierismus
Eine der wichtigsten Stilströmungen der Renaissancekunst des 16. Jahrhunderts. Der vom italienischen Wort maniera abgeleitete Begriff hatte verschiedene Bedeutungen: Stil, Werk, Technik. Im Gegensatz zur Übersichtlichkeit der reifen Renaissance lag die Betonung bei dieser stark intellektuell geprägten Kunstrichtung auf dem Subjetiven, Nichtnatürlichen, ja sogar Antiklassischen. Auch in der ungarländischen Spätrenaissance tauchten manieristische Züge auf, und der Prager Hof Rudolfs II. war eines der wichtigsten Zentren des Manierismus außerhalb von Italaien. Die Literaturgeschichte übernahm die Stilkategorie aus der Kunstgeschichte. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Renaissancemaler des italienischen Cinquecento (16. Jh.) mehr und mehr gezwungen, sich gegenüber dem vordringenden Barock zu schützen, und in der Zwischenzeit zerbrach die Formordnung der Renaissance in ihren Werken, die Kompisition löste sich in ihre Bestandteile auf. Der manierierte, bis zur Unverständlichkeit komplizierte Prosastil, in dem János Rimay schrieb, seine ausgesuchte, wohlgesetzte Dichtersprache, seine frappierdenden Gleichnisse (man nennt sie concetto) und singenden-klingenden Reime lassen sich mit dem manieristischen Geschmack in Zusammenhang bringen.
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