Esterházy-Schatzkammer
Die bedeutendste, ab dem 17. Jahrhundert ständig erweiterte hochherrschaftliche Schatzsammlung in Ungarn, in der - durch die Heiraten der Esterházys - auch Schätze vieler älterer Aristokratenfamilien (Forgách, Thurzó) liegen. Die meisten Neuwerwerbungen fallen in die Zeit Herzog Pál Esterházys. Damals wurde die in Forchtenstein aufbewahrte Sammlung um viele wirklich fürstliche Stücke reicher. Der Herzog kümmerte sich persönlich um seine Schatzkammer und führte Inventuren selber durch, denn er wußte genau, daß diese Sammlung nicht nur irgendein "Edelmetallmagazin", sondern auch ein wichtiges Mittel der Familienrepräsentation war. Die ersten Verluste trafen die märchenhaft reiche Sammlung im ausgehenden 19. Jahrhundert (damals verkaufte man viele Schmuckstücke), und in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wäre sie um ein Haar vollständig untergegangen. Bei der Belagerung von Budapest traf den Esterházy-Palast in der Tárnok utca nämlich eine Bombe, und danach lagen die Schätze - unter anderem auch Textilien - drei Jahre lang unter den Trümmern. Viele Werke wurden zerstört, ein Teil der erhalten gebliebenen ist bis heute nicht restauriert. Doch auch unter den restaurierten Stücken befinden sich Werke von europäischer Bedeutung. Die Sammlung wird im Budapester Museum für Kunstgewerbe aufbewahrt.
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