Brevier

Bélapátfalva, Kirche
Gesungene, nach römischem Ritual dem gesamten Ablauf von Tag und Nacht geweihte Gebete. Die auf jüdische Vorbilder zurückgehenden Gebetstunden zeigen im Zeitalter des hl. Benedikt (um 530) schon eine feststehende Ordnung. Diese Gebetstunden sind: matutinum, laudes, prima, tertia, sexta, nona, vesperas und completorium. Als wichtigste gelten die frühmorgendliche laudes und die vesperas am frühen Abend. Das Hauptmaterial des Breviers bilden die Psalme, ergänzt von den umrahmenden Antiphonien, rezitierten Lesestücken und auf diese antwortenden Responsorien. Die Hymnen in Versform erklingen während der großen Gebetstunden (laudes, vesperas und completorium) vor dem neutestamentarischen Canticum, während der kleinen Gebetstunden dagegen eingangs. Sowohl in den Klöstern, als auch in der Praxis der Dom- und Pfarrgemeinden war bis zum Ende des Mittelalters das gemeinsame Chorgebet üblich. Erst später (auf Anregung Roms im 12.-13. Jahrhundert) wurde es Brauch, das Breviarium still für sich zu lesen.

ÁP