Jókai-Kodex, Koncz-Kodex, Münchener Kodex

Wörterbuch des Studenten Johann von Rotenburg
Münchner Kodex 1
Hl. Franziskus 2
Jókai-Kodex

Die als früheste erhalten gebliebene ungarischsprachige Handschrift beinhaltet eine Übersetzung der Legende und Wundertaten des hl. Franz von Assisi und seiner Gefährten. Die Übersetzung entstand nach 1370, der Kodex ist eine Kopie aus der Zeit um 1440. Quellen sind die von Franziskanern aufgezeichneten Legenden Actus beati Francisci et sociorum eius (Die Taten des hl. Franziskus und seiner Gefährten) und Speculum perfectionis (Spiegel der Vollkommenheit) sowie die von Bonaventura verfaßte Lebensbeschreibung des Heiligen. Obwohl die Übersetzung von lateinischen Wendungen strotzt, schwer verständlich ist und auch beim Kopieren Schaden erlitt, stellt sie dennoch eines unserer wertvollsten Sprachdenkmäler dar. 1851 tauchte sie im Gymnasium von Nitra auf und gelangte hier in den Besitz des Schülers Adolf Ehrenfeld. Nach diesem wurde der Kodex zunächst benannt. Doch 1925 ließen ihn seine Erben in London versteigern, wo er vom ungarischen Staat unter großen materiellen Opfern erworben werden konnte. Zu dieser Zeit beging Ungarn gerade den 100. Geburtstag des großen Schriftsteller Maurus Jókai, und von diesem erhielt der Kodex seinen neuen Namen. Er wird in der Staatsbibliothek Széchényi aufbewahrt.

Faksimile-Ausgabe: Jókai-kódex. Codices Hungarici I. Ausgabe des Hungaristischen Institutes der Königlich-Ungarischen Péter-Pázmány-Universität und des Ungarischen Institutes Stockholm. Budapest 1942.

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Koncz-Kodex

Lateinischsprachiger Pergamentkodex aus dem 14. Jahrhundert. Er enthält den Text der ganzen Bibel mit Ausnahme der Psalmen Davids. Den Kodex entdeckte der Neumarkter Lehrer József Koncz 1860 und schenkte ihn der Kollegiumsbibliothek von Neumarkt.

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Münchener Kodex

Einer der Besitzer des nach 1416 entstandenen und 1466 kopierten Münchener Kodexes kann vielleicht Tamás Nádasdy gewesen sein. Der Kodex kam noch vor 1575 in die bayerische herzogliche Bibliothek. 1834 wurde er entdeckt. Zur Zeit im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek München, seinen Namen erhielt er nach seinem Aufbewahrungsort. Wissenschaftlich befaßte sich erstmals Pál Jászay mit ihm, weshalb er auch Jászay-Kodex genannt wird. Faksimile-Ausgabe: Der Münchener Kodex. Herausgegeben von Julius von Farkas. Wiesbaden 1958. Heutige buchstabentreue Ausgabe: A Müncheni kódex 1466-ból (Der Münchener Kodex von 1466). Red. von Antal Nyíri. Akadémiai Kiadó, Budapest 1971.

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