Dubnicer Chronik, Thuróczy-Chronik

Hl. Ladislaus und der Kumane
König Ludwig I. 2
Dubnicer Chronik

1476 in Wardein, im Bekanntenkreis der Familie Drágffy, verfaßte lateinischsprachige Chronik. Sie trägt den Titel Cronica de gestis Hungarorum und gehört zur Familie der Ofner Chronik. Neben dem Text der Chronik des Ofner Minoriten aus der Zeit Karls I. beinhaltet sie mit geringfügigen Auslassungen die Biographie König Ludwigs von Johann von Küküllõ und übernimmt auch Teile aus der Chronik des Namenlosen Minoriten, deren Fragmente ausschließlich in diesem Kodex überliefert wurden.

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Thuróczy-Chronik

Der um 1435 geborene, einer Grundbesitzerfamilie im Komitat Túróc entstammende Johann Thuróczy machte als weltlicher Schreiber Karriere. Ab 1467 im Büro des Landesrichters, ab 1470 im authentische Tätigkeit ausübenden Ság, ab 1475 erneut beim Landesrichter als Notar tätig, 1486-1488 Laienrichter bei Thomas Drági. Auf Veranlassung seiner Amtsvorsteher (Ladislaus Hasságyi und Thomas Drági) begann er, eine Chronik zu schreiben. Zuerst schrieb er die Geschichte Karls (des Kleinen) II., wobei er aus dem Werk des Lorenzo de Monacis schöpfte, überarbeitete dann die im 14. Jahrhundert entwickelte Chronikkonzeption (hauptsächlich sprachlich), und fügte schließlich die Biographie Ludwigs I. von Johann von Küküllõ hinzu. Die Ereignisse der Jahre 1386-1458 arbeitete er selbständig auf, und dem so entstandenen Text ließ er als Anhang das Klagelied des Magisters Rogerius folgen. 1488 wurde das mit Holzschnitten illustrierte Werk, das den Titel Chronica Hungarorum trug, in seinem Auftrag in Brünn und Augsburg gedruckt (nach der Ofner Chronik war dies das zweite Werk über die Geschichte der Ungarn, das auch gedruckt erschien). Die erste Ausgabe war Thomas Drági, die zweite König Matthias gewidmet. Als Quellen hatte Thuróczy außer den ungarischen Chroniken noch Urkunden bzw. die Werke mittelalterlicher und humanistischer Autoren verwendet, aber auch aus dem Schatz der mündlichen Überlieferungen - den Erzählungen von Augenzeugen und Werken der Volksepik - schöpfte er reichlich. Sein Originalmanuskript ging verloren. Bekannt ist lediglich die Druckausgabe des Werkes, dem über seinen Quellenwert hinaus auch eine wesentliche Bedeutung in bezug auf die Überlieferung kleinerer historischer Werke (Rogerius, Johann von Küküllõ) zukommt.

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