Bilderchronik, Anjou-Legendarium
Bilderchronik
Der Kodex beinhaltet die Geschichte der Ungarn von der Landnahme bis zum Walacheifeldzug Karls I. gegen Basarab im Jahr 1330. Den Chrokiktext begann 1358 wahrscheinlich Mark Kálti zu konzipieren. Die Kopie dürfte in der königlichen Kanzlei entstanden sein, zusammen mit den Miniaturen, welche die in der Chronik beschriebenen Ereignisse der ungarischen Geschichte bzw. die - großenteils idealisierten - Porträts der Fürsten und Herrscher darstellen. Auf dem ersten Blatt wurde Ludwig I. mit seinem Hof abgebildet. Die Miniaturmaler waren einheimische Meister, denen neben der Kunst der einzelnen italienischen Zentren auch die mitteleuropäische und böhmische Malerei vertraut gewesen sein mag. In der Werkstatt der Bilderchronik kopierte man für Ludwig I. auch den Pseudo-Aristoteles Kodex Secreta Secretorum (Oxford, Bodleian Library), von dem man nur das Titelblatt verzierte. (Staatsbibliothek Széchényi, Budapest)
GB
Anjou-Legendarium
Das Ungarische Anjou-Legendarium blieb nur fragmentarisch erhalten. Drei Sammlungen haben Teile davon aufbewahrt: Vatikan, Biblioteca Apostolica; New York, Pierpont Morgan Library; Sankt Petersburg, Eremitage. Der in den 1330er Jahren entstandene Kodex ezählt mit Hilfe von Bildern das Leben Christi, Mariens, der Apostel und Evangelisten, der römischen Märtyrer und Heiligen, der Kirchenväter, Ordensgründer, ungarischen Heiligen und Märtyrerinnen. Anhand der Auswahl der Heiligen ist anzunehmen, daß er für die Erziehung eines jungen Prinzen gedacht war. Sehr wahrscheinlich wurde der Kodex angefertigt, als Karl I. seinen noch unmündigen Sohn, Herzog Andreas, 1333 nach Neapel begleitete. Das Programm des Werkes hatten wohl gebildete ungarische Kleriker zusammengestellt. Für seine Ausführung jedoch zeichnete eine der namhaftesten Werkstätten der Buchmacherei dieses Zeitalters in Bologna verantwortlich.
GB |
|