Kirchfahrt, Wallfahrt
Kirchfahrt (Ablaßgang)
Ablaß bedeutet, daß nach Vollzug bestimmter, von der katholischen Kirche vorgeschriebener Handlungen Strafen für läßliche Sünden erlassen werden und man gleichzeitig eine Verkürzung der im Reinigungsfeuer zu verbringenden Zeit erringt. Einem Gläubigen, der mit diesem Ziel eine Kirche bzw. einen Ablaßort aufsucht und dort die vorgeschriebenen Handlungen vollzieht (beichtet, opfert, bestimmte Gebete spricht usw.), wird ein zeitlich bestimmter Erlaß seiner Sündenstrafen gewährt. Durch Übertragung des originalen Begriffs bezeichnet man sowohl den Besuch von Ablaßorten zwecks Erlangung von Ablaß wie auch anläßlich der Feier eines Kirchentitels, der Kirchweihe, als Kirchfahrt.
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Wallfahrt
Besuch heiliger Orte, um Ablaß zu erlangen oder anderweitiger Gnade teilhaftig zu werden. Die christlichen Wallfahrten nach Jerusalem setzten unmittelbar nach dem Tode Christi ein. Ihr wirklicher Aufschwung aber begann im 4. Jahrhundert unter Kaiser Konstantin dem Großen, der das Christentum angenommen hatte. Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Zahl der Wallfahrtsstätten beständig zu. Im Zusammenhang mit der Märtyrerverehrung bildete sich der Brauch heraus, daß die Gläubigen zu den Gräbern der Märtyrer pilgerten, um von diesen Fürsprache zur Vergebung ihrer Sünden zu erbitten. Als bedeutendster Wallfahrtsort neben dem Heiligen Land zählte Rom mit den Gräbern der Apostel Peter und Paul sowie zahlreicher anderer Märtyrer, aber auch Compostella in Spanien, wo man das Grab des Apostels Jakob vermutete. Ungarische Pilger zog es in größerer Zahl vor allem nach Rom und an die bekannteste deutsche Wallfahrtsstätte, nach Aachen. Unter den ungarischen Wallfahrtsstätten erlangten in erster Linie die Gräber des hl. Stephan und hl Emmerich in Stuhlweißenburg, das Wardeiner Grab des hl. Ladislaus und ab 14. Jahrhundert dann das Grab des hl. Eremiten Paulus in Budaszentlõrinc landesweite Bedeutung.
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