Liga, Geschlecht

Urkunde der Hunyadi-Garai-Újlaki-Liga
Wappen 2
Wappen 5
Wappen 8
Urkunde Karls IV.
Liga (Lat., Bündnis)

Name für ein Bündnis zwischen verschiedenen Staaten oder politischen Gruppen innerhalb eines Staates. In Ungarn bezeichnet man in erster Linie die von Baronsfamilien der Sigismund- und Hunyadizeit geschlossenen Bündnisse als Liga. Häufig schlossen sie auch formell schriftlich fixierte Bündnisse, zum Beispiel über die Frage der Thronbesetzung, die Erlangung von Staatsämtern, die Übergabe von Gütern oder gegenseitige Heiraten.

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Geschlecht

Im allgemeinen ethnographischen Sinn von einem wirklichen oder fiktiven Ahnen abstammende Menschengruppe. Mitglieder eines Geschlechts durften meistens nicht untereinander heiraten. Bei den Mitgliedern der ungarischen Geschlechter zählte nur die Verwandschaft in väterlicher Linie. Die Männer hielten das Geschlecht, dem ihre Ehefrauen entstammten, zwar für ihre Verwandtschaft, nicht aber für ihr Geschlecht. Die Frauen gehörten bis zu ihrer Heirat zum Geschlecht des Vaters, danach zu dem ihres Ehemannes. In den Quellen des 13.-14. Jahrhunderts ist häufig von den sog. vornehmen Geschlechtern die Rede, sie stellten die oberen Schichten der Gesellschaft dar: Ihre Mitglieder führten ihre Herkunft auf einen namhaften Ahnen zurück, sie hatten gemeinsame Namen und Wappen, über die ererbten Güter verfügten sie mit dem Recht der Geschlechterfolge und auch die typischen Vornamen wiederholten sich unter ihnen ständig. Durch die Avitizität wurde das Geschlechterprinzip, mit zeitgenössischem Wort: der Blutsverwandtschaft, vom ungarischen Adelsbesitztrecht auch innerhalb des spätmittelalterlichen, zu Familien zerfallen Adelstandes aufrecht erhalten.

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