Kammerhof, Denar, Forint, Groschen, Münzfuß

Münze des Wenzel (Ladislaus) 2
Münze König Karls I. 1
Münze König Karls I. 2
Münze König Ludwigs I. 2
Münze König Ludwigs I. 3
Kammerhof

Der Ofner Kammerhof, d.h. die Münzstätte. Sein lateinischer Name Magna Curia deutet darauf, daß dies ursprünglich das Ofner Haus des Königs war. Bereits aus dem 13. Jahrhundert gibt es Angaben über ein königliches Haus in der Stadt, man weiß jedoch nicht, ob es an der späteren oder einer anderen Stelle gestanden hat. Den Kammerhof ließ Karl I. am nordöstlichen, höchsten Punkt des Burgberges erbauen. Im mittleren Teil, an der Ecke der Stadtmauer, hatte er einen eigenen Torturm, dem sich ein langes, auf die Stadtmauer gestütztes Gebäude anschloß. Hier wurde später ein neuer, kurzer Flügel angebaut. Auch an den übrigen Seiten des Hofs mögen Gebäude gestanden haben, von denen jedoch kaum etwas übrigblieb. Am gegenüberliegenden Hofende ließ Königinmutter Elisabet 1349 die Martinskapelle errichten, der sich ebenfalls ein Gebäudetrakt anschloß. Die um den unregelmäßig angelegten mittleren Hof gruppierten Bauten zeigen auffällige Ähnlichkeit mit dem Kammerhof der böhmischen Könige in Kuttenberg. 1382 schenkte Ludwig I. den Kammerhof, vermutlich weil der neue südliche Königspalast fertig war, den Paulinern von Budaszentlõrinc. Später ging er in Privatbesitz über. László Zolnay und Katalin H. Gyürky führten in dem Gebiet Grabungen durch.

GB


Denar

Silbermünze mit geringem Wert. Münzen dieses Namens wurden zuerst im antiken Rom verwendet. Der Name entstammt dem lateinischen Wort denarius.

IT


Forint

Erstmals im Jahr 1252 in Florenz emittierte Goldmünze (Florin, Gulden). Ihr lateinischer Name florenus deutet auf das Wappenbild der Stadt, die Lilie (flos). Später wurde sie auch in anderen europäischen Ländern geprägt. 1326 erwähnt eine mährische Quelle zum erstenmal den ungarischen Forint. Sein Gewicht betrug 3,56 g; er wog also zwei Gramm mehr als der Florin, da sein Edelmetallgehalt geringer war. Karl I. folgte bei seinen Gulden dem florentinischen Muster: Auf dem Avers war die Lilie, auf dem Revers Johannes der Täufer zu sehen. Ludwig (der Große) I. ließ 1354 auf dem Avers das ungarische Anjou-Wappen abbilden, und von 1358 an konnte man auf dem Revers Ladislaus den Heiligen sehen. Diese Form behielt man bis 1468 bei.

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Groschen (Italien. grosso)

Großformatiges, hochwertiges Silbergeld, das man Ende des 12. Jahrhunderts erstmals in den Städten Italiens prägen ließ. In Böhmen wurde es von 1300 an geprägt, in Ungarn brachten Karl I. 1329 und 1337 bzw. Ludwig I. 1345 und 1369 Groschen in Umlauf. Auf dem Avers war der König, auf dem Revers das ungarische Anjou-Wappen zu sehen. Der letzte von Ludwig emittierte Groschen trug auf dem Avers das Wappen und auf dem Revers den hl. Ladislaus.

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Münzfuß

Das in Zahlen ausgedrückte Verhältnis zwischen dem Geldwert und dem Wert des Edelmetallgehalts von Münzen.

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