Kaschauer Pfarrkirche, Klausenburger Pfarrkirche
Kaschauer Elisabeten-Pfarrkirche
Im 14. Jahrhundert wurde zunächst der Hauptchor der dreiapsidalen, dreischiffigen Kirche aus dem 13. Jahrhundert umgebaut. Gleichzeitig entstand daneben die Kapelle St. Michael. Mit dem Bau des neuen gotischen Langhauses begann man vermutlich erst Anfang des 15. Jahrhunderts. In Wirklichkeit war der Raum der fünfschiffigen Kirche mit Querbau eher zentral angelegt. Die Nebenchöre hatte man so konstruiert, daß sie auf einer Diagonalachse lagen. Diese eigenwillige Grundrißlösung gelangte durch Vermittlung französischer Beispiele des 13. Jahrhunderts über das Rheinland und die Prager Parler-Werkstatt nach Kaschau. Eine bestimmende Rolle bei der Herausbildung des Kaschauer Stils spielte neben der Prager die auch süddeutsche Elemente in sich aufnehmende Ofner Gotik, was insbesondere an den Portalen meßbar ist. Die Gewölbe der Kirche wurden noch vor 1440 fertiggestellt, ihre Meister dürften jedoch eher aus Richtung Wien gekommen sein. Von den beiden Türmen an der Westfassade erhielt nur der nördliche in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein schlankes, achtteckiges Obergeschoß. Der heutige Chor sowie das Obergeschoß des südlichen Turms sind matthiaszeitlich. Die von Imre Steindl geleiteten neogotischen Umbauten Ende des 19. Jahrhunderts haben die Raumkonstruktion der Kirche wesentlich verändert.
GB
Klausenburger Michaelis-Pfarrkirche
Die Vorgängerin der heutigen Kirche ist nur aus einer Schriftquelle bekannt, einer Ablaßgenehmigung des Jahres 1349. Ende des 14. Jahrhunderts errichtete man den neuen Hallenchor mit drei polygonalen Apsiden, doch wegen eines Baufehlers mußte dessen Gewölbe und oberer Teil bald wieder abgetragen und neugebaut werden. Anfang des 15. Jahrhunderts kam es zum Umbau des Langhauses. Der Hallenraum ist wesentlich breiter als der Chor, seine Gewölbe ruhen auf stark gegliederten Pfeilern. Die Kirchenmauern durchbrechen schmale Fenster und drei prunkvolle Portale Kaschauer Typs.
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