Preßburger Pfarrkirche und Rathaus
Preßburger Pfarrkirche St. Martin
Die Pfarrkirche der Stadt Preßburg wurde bis ins Spätmittelalter nach und nach gleichzeitig zur ursprünglich in der Burg stehenden Preßburger Propsteikirche. Ihre frühesten, von der Mitte des 14. Jahrhunderts stammenden Details blieben im nördlichen Nebenschiff erhalten. Das die Dreifaltigkeit darstellende Tympanon am östlicher stehenden Nordportal ist ein wichtiges Denkmal der ungarländischen Bildhauerkunst dieses Zeitalters. Als nächsten Schritt begann man den westlichen Teil auszubauen. Beidseitig des mittleren Westturms entstanden eingeschossige Kapellen. Die am Sockel der südlichen Kapelle erhalten gebliebene Jahreszahl 1401 datiert den Bau. In den westlichen Langhäusern setzte man an der Nordseite ein Portal, an der Südseite ein rundes und dann ein doppeltes Spitzbogenfenster ein. Auch die an der Südseite neben dem Turm stehende Kapelle erhielt ein Tor, das aber später wieder zugemauert wurde, da man den Kirchturm in die um 1430 errichtete neue Stadtmauer einband. Zu dieser Zeit entstanden die Gewölbe in den südlichen Kapellen. Das Kirchenschiff selbst wurde erst Mitte des 15. Jahrhunderts beendet.
GB
Preßburger Rathaus
Der mit Türmen geschmückte Palast des Richters Jakob (1326-1373) stand am Hauptplatz der Stadt. Im großen Saal des Gebäudes führte der städtische Rat schon damals seine Sitzungen durch, und 1370 baute man daneben das Gefängnis. Nach Jakobs Tod teilten seine Söhne das Gebäude untereinandner auf. Einer von ihnen, Paul, verkaufte 1387 den nördlichen Teil des Hauses an den Juden Isaac. Noch im gleichen Jahr erwarb die Stadt diesen Teil und trennte die beiden Grundstückshälften durch eine Mauer. Im Hinblick auf die Datierung der charakteristischen Fenster mit Wimperg am nördlichen Flügel und Turm wurde sogar ein Zeitraum um 1380 in Erwägung gezogen, doch der Zusammenhang mit dem Turm der Franziskanerkirche deutet eher auf den Anfang des 15. Jahrhunderts. Der andere, südliche Teil des Hauses ging 1421 in den Besitz der Stadt über. Das Gebiet der Straße neben dem Rathaus kaufte 1422 das Ratsmitglied Hans Pawer, der sich dort ein Haus mit prächtigem Giebel bauen ließ. Dieses Haus erwarb die Stadt zwischen 1430 und 1434 und schloß es dem Rathaus an. Anschließend kam es zum Umbau der Straßenfront: ein reich geschmückter Torbau entstand, darüber mit einer Kapelle. Im Jahr 1437 zogen die Mitglieder des Stadtrates in das neugestaltete Gebäude ein.
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