Österreichische Architektur des 14. Jahrhunderts
Zwei grundlegende Strömungen bestimmten die österreichische Baukunst zu Beginn des 14. Jahrhunderts: Einmal die von sehr puritanen Detailformen und Konstruktionen gekennzeichneten Typen der Bettelordenskirchen (z.B. Dominikanerkloster und Chor in Krems), zum anderen die reich gegliederte Architektur der klassischen Spätgotik (z.B. Imbach, St. Katharinenkapelle). Sehr verbreitet waren Hallenkirchen. Der um 1300 errichtete, gerade abschließende Hallenchor der Abtei Heiligenkreuz begründete einen Typ. Noch mehr Anhänger fand der im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts erbaute dreischiffige, pseudobasilikale Chor der Wiener Stephanskirche. Auch die Zwettler Zisterzienserkirche von der Mitte des Jahrhunderts hatte nach dem Hallenschema einen polygonal abschließenden Chor mit Umgang und Kapellenkranz. Ein gleichfalls verbreiteter Typ war der zweischiffige Hallenbau (Wiener Augustinerkirche, Georgskapelle), bei dessen spezifischer Variante der Raum im Chor dreischiffige Form annimmt (Enns, Wallseerkapelle). Aus dieser Form entwickelte sich der Hallenraum mit Pseudoumgang (St. Lambrecht). In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts beginnt man mit dem Bau des Langhauses der Wiener Stephanskirche. An diesem sowie an den Werken der bekanntesten Architektenpersönlichkeit vom Ende dieses Jahrhunderts, des herzöglichen Baumeisters Michael (z.B. Klosterneuburg, Freisingerkapelle), kam bereits der Einfluß der Prager Parler-Werkstatt zur Geltung.
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