Thomas Kolozsvári, Martin und Georg Bildhauer
Thomas Kolozsvári
Einer Inschift auf der 1907 untergegangenen Predella des Kalvarienaltars der Abtei Garamszentbenedek zufolge wurde dieser 1427 von dem Raaber Lektor-Domherren und Kantor der königlichen Kapelle Nikolaus Szentbenedeki, Sohn des Peter, zusammen mit dem Maler Thomas Kolozsvári angefertigt. Dies ist die einzige bekannte Angabe und auch das einzige erhalten gebliebene Werk des Thomas Kolozsvári. Demnach war er einer der herausragenden Künstler seiner Zeit. Den Stil des Garamszentbenedeker Altars bestimmte der Einfluß der böhmischen Malerei um 1400, die gleichzeitig Stilelemente französischen und italienischen Ursprungs vermittelte. Der 1427 schon ein wenig antiquiert anmutende weiche Stil zeugt davon, daß es ein Spätwerk des Malers gewesen sein dürfte.
GB
Martin und Georg, Klausenburger Bildhauer
Söhne des Klausenburger Malers Nikolaus. Über drei Werke der Bildhauer Martin und Georg liegen uns Angaben vor. Frühestes sind die Großwardeiner Bronzestandbilder des hl. Stephan, hl. Emmrich und hl. Ladislaus. Einer 1609 aufgezeichneten Inschrift am Schild des hl. Ladislaus zufolge hatte sie der Wardeiner Bischof Demetrius zur Herrschaftszeit König Ludwigs bei den beiden Bildhauern in Auftrag gegeben. Die Jahreszahl notierte man irrtümlich als 1340. Da Demetrius zwischen 1345 und 1372 Bischof war, dürften die Statuen irgendwann in diesem Zeitraum entstanden sein, und wurden nach 1660 von den Türken zerstört. Ihr einziges noch heute existierendes Werk ist das gleichfalls in Bronze gegossene Reiterstandbild des hl. Georg, dessen verloren gegangener Schild die Signatur der Künstler sowie die Jahreszahl 1373 als Entstehungsjahr der Plastik trug. Den Auftraggeber hatte man leider nicht vermerkt, weshalb auch nicht bekannt ist, wo sie entstand und wie sie nach Prag gelangte, wo man sie frühestens 1541 erwähnt. Beim dritten Werk der Brüder handelt es sich um das vor dem Dom in Großwardein aufgestellte bronzene Reiterstandbild des hl. Ladislaus. Die Inschrift auf dem am Fuß des Pferdes plazierten Schild besagt, daß der Wardeiner Bischof Johannes es 1390, zur Herrschaftszeit Sigismunds und Mariens, von den Klausenburger Brüdern Martin und Georg hat anfertigen lassen. Diese freistehende, monumentale Bronzestatue kann bereits als ein Vorläufer der Renaissance-Reiterstandbilder betrachtet werden. Die beiden Bildhauer hatten sich ihr Wissen wohl vorwiegend in Italien angeeignet. Als Vorbilder ihrer Werke sind die Bronzplastiken an der Kathedrale von Orvieto anzusehen, in erster Linie die Figur des hl. Michael.
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