Johannes Aquila, Konrad Gaal

Taufbecken
Johannes Aquila 1
Marien begrüßender Engel
Christus am Kreuz 3
Johannes Aquila

Aus dem steiermärkischen Radkersburg stammender Maler. Als sein frühestes bekanntes Werk gilt die Ausmalung der Kirche von Velemér 1378. Hier schuf er auch sein Selbstporträt. Die Fresken der Kirche von Bántornya signierte er 1383, 1389 und vielleicht 1393. In Mártonhely benennt ihn außer der Signatur der Fresken eine andere Inschrift als Meister der 1392 erbauten Kirche. Auch hier malte er ein Selbstporträt. Fragmente von Fresken mit seiner Signatur kamen in der Kirche des Augustiner Einsiedlerordens im steiermärkischen Fürstenfeld ans Licht. Auch in seiner Heimatstadt Radkersburg fand man in dem Haus Hauptplatz Nr. 30 Wandmalereien, die sich mit seinem Stil in Zusammenhang bringen lassen. Und die Rotunde von Nagytótlak wurde wahrscheinlich von Schülern seiner Werkstatt ausgemalt. Seinen Stil bestimmten die Einflüsse der böhmischen und norditalienischen Malerei. Die Selbstbildnisse Aquilas gehören zu den frühesten bekannten Künstlerporträts in Europa.

GB


Konrad Gaal

Im Jahr 1357 gewährte Ludwig I. dem Glockengießermeister Konrad und seinen beiden Geschwistern für die Anfertigung der großen Glocke in Visegrád Steuerfreiheit. Meister Konrad ließ sich anschließend in Zipser Neudorf nieder - sein Freibrief wurde 1364 in Leutschau umgeschrieben -, und gab 1369 vor dem Zipser Domkapitel seinen letzten Willen kund. Aus diesem Testament ist auch sein vollständiger Name bekannt. Die Werkstatt Meister Konrads in Zipser Neudorf übernahm irgendwann nach 1379 sein Schüler Johann Weygel, den die Quellen zwischen 1386 und 1426 erwähnen. Im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts setzte Niklaus Gaal, einer der Neffen Konrad Gaals, das Glockengießerhandwerk fort. Die Werkstatt wurde mit Sicherheit bis 1516 betrieben. Das einzige identifizierbare Werk Meister Konrads ist die in der Urkunde von 1357 erwähnte große Glocke, deren Arbeitsgrube und Fragmente des Gußmodells in der Visegráder Unterburg zum Vorschein kamen. An den späteren Zipser Werken findet man Muster, die der Visegráder Glockengießerform verwandt sind.

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