Banderium, Grundstücksschutztruppe
Banderium (Ital. Bandiera, Wappenfahne)
Bataillon, Truppenkontingent. Banderien wurden nach dem in der mittelalterlichen ungarischen Heeresorganisation zur Arpadenzeit entwickelten Prinzip aufgestellt, wonach der König, die Bischöfe, die Barone und der Prior von Auranien ihre Truppen unter eigener Fahne ins Feld führten. Im königlichen Banderium kämpften die Krieger des Hofes, in den kirchlichen und weltlichen Banderien die Familiares und anderen Militärdienstpflichtigen der Güter. Zum Ende der Sigismundzeit wandelte sich die Organisierung der Banderien entscheidend. Die mächtigsten Grundbesitzer mußten - unabhängig davon, ob sie gerade ein Amt bekleideten oder nicht - ein Banderium aufstellen. Damit wurden sie zu Befehlshabern über ein Bataillon. Der Komitatsadel aber war verpflichtet, in den Banderien des jeweiligen Komitats zu kämpfen, wo seine Besitzungen lagen. Im 15. Jahrhundert bestand ein Banderium aus etwa 400 Mann. Die Herausbildung dieser Form der Heeresorganisation ist nicht mit dem Namen der Angeviner verbunden!
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Grundstücksschutztruppe
Ihre Bildung wurde beim Landtag des Jahres 1397 in Temesvár verfügt. Das Entstehen riesiger Privatbesitzungen durch die Schenkungen zu Beginn der Sigismundzeit einerseits und die Niederlage bei Nikopol (1396) andererseits hatten ihre Aufstellung erforderlich gemacht. Ob es sich um eine einmalige oder für einen längeren Zeitraum geltende Verfügung gehandelt hat, weiß man nicht. Der Ausdruck Grundstücksschutztruppe wurde von Historikern kreirt; er kommt weder im Gesetz, noch in späteren Quellen vor.
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