Isidor von Sevilla, Fulbert, Cerbanus
Isidor von Sevilla
Zwischen 570 und 636 Bischof der hispanischen Stadt Sevilla, der bestrebt war, alles Wissen seiner Zeit unter dem Titel Etymologiae oder Origines zusammenzufassen bzw. seinen Zeitgenossen den antiken und frühchristlichen Wissensstoff in einer Enzyklopädie zu vermitteln. Dieses Werk, das sich um 1090 auch in der Bibliothek des Klosters Pannonhalma befand, machte ihn zum einflußreichsten Lehrer des Mittelalters. In dem unvollendet gebliebenen und von seinem Freund auf 20 Bücher verteilten Werk behandelte er in Form von Worterklärungen die Medizin, Rechtswissenschaft, Zeitrechnung, Religion, Philosophie, Soziologie, Zoologie, Pysik, Geographie, Architektur, Mineralogie, den Ackerbau, die Militärwissenschaft, das Theater, die Bekleidung usw. Neben seinen wissenschaftlichen Werken schrieb er die Geschichte der Westgoten (Chronica) bis zum Jahr 620, und auch zahlreiche theologische Arbeiten von ihm sind erhalten geblieben.
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Fulbert
Er stammte aus Mittelitalien und lebte in der Zeit zwischen 960-1028. War in Reims vermutlich ein Schüler des Gerbert d'Orrilac (des späteren Papstes Silvester II.). 1006 wurde er Bischof von Chartres und zugleich namhaftester Lehrer der dortigen Domkapitelschule, die sich um die Pflege der klassischen Traditionen verdient gemacht hat. Bekanntester Theologe seiner Zeit, dessen Hauptbestreben dahin ging, die christlichen und neoplatonischen Lehren miteinander in Einklang zu bringen. Aus literarischer Sicht verdienen seine Dichtungen, Predigten, Traktate und Briefe Erwähnung. Zitate aus seinen Werken findet man auch in der Gerhard-Legende des 12. Jahrhunderts. Er ließ die bei einem Brand zerstörte romanische Kathedrale in Chartres wieder aufbauen.
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Cerbanus
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts in Ungarn weilender, aus Venedig stammender Mönch, der sich als Gesandter längere Zeit am Hof der byzantinischen Herrscher aufhielt. Anläßlich seiner Ungarnreise stieß er im Kloster Pásztó auf ein Werk des Maximos Homologetes über Sittenlehre sowie eine Arbeit des Ioannes Damaskenos über Dogmatik, die er aus dem Griechischen ins Lateinische übertrug. Beide Werke wurden erstmals von ihm detailliert ins Lateinische übersetzt, und spätere Übersetzungen bzw. ihre Benutzer nahmen in der Regel Rücksicht auf diese Übersetzung; die westliche Rezeption der beiden griechischen Religionswissenschaftler geschah also in Ungarn. Man kann sagen, daß die Übersetzungen verbreitet sind, da zahlreiche Kodizes ihren Text überliefert haben. Damit wurde Ungarn - wenn auch in geringerem Maße - zu einem den großen Übersetzerschulen in Sizilien und im hispanischen Toledo ähnlichen Gebiet kultureller Kontakte. Cerbanus widmete die Übersetzungen Abt David von Pannonhalma, und lobte in seinem Empfehlungsschreiben sowohl den Reichtum der Bibliothek des Klosters als auch die Wissenschaft der dort lebenden Mönche. Die Übersetzungen zeugen von einem guten stilistischen Gefühl und fundiertem philosophischen Wissen.
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