Albericus, Bischof Hartwick, Adorjan, Lodomer
Albericus
Ein aus dem Ausland stammender Mönch, Kaplan des Graner Erzbischofs Serafin (um 1095-1104). Er formulierte zur Zeit König Kolomans die Beschlüsse des Konzils von Tarcal, zu denen er auch ein Vorwort schrieb, das von hoher Bildung zeugt.
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Bischof Hartwick
Bischof Hartwick stellte vor 1116 auf Befehl König Kolomans nach der größeren und kleineren Stephanslegende eine neuere Lebensbeschreibung des heiligen Königs zusammen. Dabei hat er den Text der beiden früheren Legenden nahezu wortwörtlich in seine Arbeit übernommen. Was er dem hinzufügte war neben einer Aufzählung der nach Stephans Tod geschehenen Wunder lediglich das Kapitel, wie der Herrscher vom Papst eine Krone erbittet. Dieses Kapitel aber bedeutete gerade mit seinem Ideengehalt etwas völlig neues im Vergleich zu den früheren Texten. Er glättete die Widersprüche zwischen den beiden verschmolzenen Legenden, vereinheitlichte in bezug auf Fürst Géza anstelle der Bezeichnung "König" den Ausdruck "Fürst" und legte in den selbständigen Teilen des Werkes beredtes Zeugnis davon ab, daß er zu den besten Stilistikern seiner Zeit gehörte. Das Vorwort zu seinem Werk richtete er an König Koloman und nannte, gemäß den Stilanforderungen für Briefe, nach dem des hochrangigen Adressaten auch seinen eigenen Namen (= intitulatio). Mit obligater Bescheidenheit verwies er auf seine geringe Lateinkenntnis und Begabung sowie darauf, daß er sich dem Befehl lange widersetzt, schließlich aber dennoch der Gehorsam in ihm obsiegt habe, und ersuchte den König lediglich, sein gnädig aufgenommenes Werk streng zu kritisieren, damit ihn der schlechte Stil nicht beleidigen möge, denn lieber solle den Kodex ein Feuer verzehren, als daß seine durch Fehler verunzierte Arbeit einer dritten, neidischen Person in die Hände fiele.
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Adorjan
Studierte um 1177 mit drei seiner Gefährten in Paris. Nach seiner Heimkehr war er 1185-86 Notar Bélas III., wurde später unter dem Titel Ofner Propst Kanzler und von 1197 bis zu seinem Tode im Jahr 1202 Bischof von Siebenbürgen. Erwarb sich vermutlich bei der Schaffung der Hofkanzlei bedeutende Verdienste.
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Lodomer
War zwischen 1257 und 1260 Kantor in Veszprém und studierte in den 1260er Jahren an der Universität zu Bologna. 1264-1266 Vizekanzler des jüngeren Königs Stephan, ab 1268 Bischof von Várad (Nagyvárad, Großwardein). Nach 1272 berief ihn der Papst anstelle des verstorbenen Erzbischofs Philipp in die Untersuchungskommission zur Vorbereitung der Kanonisierung der Königstochter Margarete. 1278 konnte er endlich auch das lange Zeit unbesetzte Amt des Erzbischofs übernehmen. Wandte sich gegen die Regierungsmaßnahmen Ladislaus IV., den er offen kritisierte. In diesem Zusammenhang schrieb er seinen an Papst Nikolaus IV. gerichteten Brief, der nach unseren Erkenntissen das anspruchsvollste Werk der arpadenzeitlichen Briefliteratur und Kunstprosa darstellt. Nach dem Tod Ladislaus IV. unterstützte er Andreas III. auf dem Thron. Als erster unter den Bischöfe hatte er vermutlich wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung der ideellen Grundlagen des frühen Ständetums zur Zeit Andreas III. Verstarb im Jahr 1298.
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