Gesetze Ladislaus I., Ladislaus-Legende
Gesetze Ladislaus I.
Blieben als Sammlung in drei sog. Gesetzbüchern erhalten. Davon entstand das herkömmlich als III. Gesetz bezeichnete am frühesten. (Man vermutet, daß es zum Teil oder ganz noch aus der Zeit vor der Herrschaft Ladislaus' stammen könnte.) Das sog. II. Gesetz wird gewöhnlich in die Zeit zu Beginn der Herrschaft Ladislaus' datiert, während das sog. I. Gesetz anläßlich des am 20. Mai 1092 unter Vorsitz des Königs in Szabolcs stattgefundenen Konzils verabschiedet wurde. Inhalt des III. und II. Gesetzes sind weltliche, hauptsächlich das Strafrecht betreffende Regelungen, und wahrscheinlich umfassen beide eine Anzahl Paragraphen, die unabhängig voneinander, aus verschiedenen Anlässen entstanden. Das I. Gesetz ist eine Sammlung mit Regelungen des kanonischen Rechts. Seine beiden letzten Kapitel jedoch betreffen weltliche Angelegenheiten und gehören ursprünglich vermutlich nicht zu den Beschlüssen den Szabolcser Konzils. Bekannt sind die Gesetze erst von späteren Kopien aus dem 15.-16. Jahrhundert.
AZS
Ladislaus-Legende
Die Urlegende vom hl. König Ladislaus entstand wohl zur Zeit seiner Kanonisierung im Jahr 1192, und ein kürzerer Auszug davon in den Jahren nach 1204. Die größere Legende folgt getreu dem Text der vermutlichen Urlegende. Als Quellen hatte der Verfasser der Urlegende nachweislich eine verloren gegangene Chronik aus dem 12. Jahrhundert, die Legende Bischof Hartwicks, die Emmerich-Legende und vielleicht die Ermahnungen des hl. Stephan verwendet. Die Bedeutung der Legende liegt vor allem darin, daß sie die Existenz der Chronik des 12. Jahrhunderts überzeugend beweist. Im Gegensatz zur Darstellung der Chronik, die Ladislaus' Frömmigkeit in den Mittelpunkt stellte, wollte die Legende mit ihrem Helden das Idealbild eines wohltätigen Königs zeichnen. Die im Zusammenhang mit Ladislaus geschehenen Wunder verpflanzten den Typenschatz der internationalen Hagiographie nach Ungarn; jedes dieser Wunder hat in der christlichen Überlieferung des Ostens und Westens seine Parallelen (z.B. ließ Ladislaus ebenso Wasser quellen und speiste sein hungerndes Volk, wie der biblische Moses im Lauf der Wanderung durch die Wüste). Der Legendenschreiber ging mit erstaunlicher stilistischer Bravour zu Werke, an einer Stelle gelingt seine Reimprosa regelrecht zur Lyrik.
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