Gregorianismus, Gregorianum

Papst Gregor VII.
Bischöfliche Inthronisation
Kaiser Heinrich IV.
Aachen, Münster
Der hl. Gregor der Große
Gregorianismus

Aus den kirchlichen Reformbewegungen des 10. Jahrhunderts entstandene geistige Strömung, die nach ihrem streitbarsten Vertreter, Papst Gregor VII. (1073-1085), benannt wurde. Ihre ursprüngliche Zielstellung war es, die Kirche von jeglichem weltlichen Einfluß zu befreien, was schließlich dazu führte, daß das Papsttum Anspruch auf universelle diesseitige Macht erhob, die sogar über der der weltlichen Herrscher stehen sollte. Daneben führte der Gregorianismus auch im internen Leben der Kirche zahlreiche Reformen durch, wie z. B. die Forderung nach Ablegung des priesterlichen Keuschheitsgelübdes (coelibatus) oder das strenge Verbot, kirchliche Ämter um materieller Güter Willen (simonia) zu erringen.

AZS


Gregorianum

"Die zur Jahrtausendwende noch einzige hochwertige Kunstmusik. Ihre Wurzeln reichen in die mediterrane Musikkultur um die Anfänge der Zeitrechnung zurück. Ihre endgültige Form verdankt sie wahrscheinlich der in drei Phasen durchgeführten Ordnung und Umgestaltung (in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts; Anfang des 7. Jahrhunderts auf Anregung des Namensgebers, Papst Gregor; im 8. Jahrhundert durch die gebildeten Priester im Reich Karls des Großen)... Sie zitiert alte Melodien und Weisen, kristallisiert den Situationen und Bräuchen angepaßte Gattungen heraus, und strebt trotz ihrer Mannigfaltigkeit dennoch nach einer einheitlichen musikalischen Sprache."

Quelle: László Dobszay. Magyar zenetörténet (Ungarische Musikgeschichte). Gondolat. Budapest 1984, 47.

JM