Reliquie, Reliequienkult

Die hl. Rechte 1
Die hl. Rechte 2
Reliquie des hl. Gerhard 1
Reliquie des hl. Gerhard 2
Reliquiarbrustkreuz 3
Herme des hl. Ladislaus
Reliquie, Reliequienkult

Reliquien sind im engeren Sinne die Körper, Körperteile, Knochen bzw. Gegenstände von Heiligen. Die Entstehung des Reliquienkults hängt mit dem Märtyrerkult zusammen. Schon in den ersten Jahrhunderten des Christentums waren Reliquien Gegenstand religiöser Verehrung. In Ungarn gab es die ersten Kultgegenstände bereits zur Herrschaftszeit König Stephans, deren Zahl mit den ungarischen Kanonisierungen weiter anwuchs, vor allem um die Reliqien des hl. Stephan und hl. Gerhard. König Andreas II. brachte 1218 aus dem Heiligen Land zahlreiche Reliquien mit, die er unter den Klerikern seines Landes verteilt. Sowohl Bischofsresidenzen als auch Propstei- und Abteikirchen bewahrten berühmte Reliquien auf und wurden durch die Wallfahrten zum Kultzentrum eines jeweiligen Gebiets.

Nach József Sümegi

Lexikon der frühen Geschichte Ungarns (9.-14. Jahrhundert). Chefred.: Gyula Kristó. Akadémiai Kiadó. Budapest 1994, 195.