Geschlechterkirchen, Wandmalereien
Geschlechterkirchen (Familienklöster)
Die ersten Monasterien wurden von den ungarischen Königen gegründet. Dann folgte auch der Adel ihrem Beispiel, der sich mehr und mehr am sakralen Bauschaffen beteiligte. Die Edelleute ließen - hauptsächlich für Benediktiner und Prämonstratenser - Familienklöster errichten, denen sie als Patronatsherren ihren Schutz und ihre Unterstützung angedeihen ließen, und die ihnen und ihren Familien als Begräbnisstätten dienten. Die schönsten Beispiele unserer Denkmäler romanischen und frühgotischen Stils aus dem 12.-13. Jahrhundert sind die sog. Geschlechterkirchen. Sie wurden in der Regel nach basilikalem Schema erbaut, mit dreischiffigem Grundriß und zwei Türmen an der Westfassade, wo sich der Eingang befand. Diese zweitürmige Anordnung mit der dazwischen liegenden Patronatsherrenempore ist eine nationales Merkmal der romanischen Architektur in Ungarn. Der Unterbau der Türme stellt die Fortsetzung des Kirchenschiffs dar. Geschlechterkirchen baute man mit prächtig gestalteten Portalen, mit Fenstern und Pfeilerkapitellen. Aus den Fragmenten ihrer Fresken lassen sich Rückschlüsse auf die einst reichere Innendekoration ziehen. Die Kirche von Zsámbék (Prämonstratenser) ließ der aus Frankreich stammende Ritter Aynald um 1255 erbauen; später stand sie unter dem Patronat des Comes Smaragd; Lébény (Benediktiner); Ják (Benediktiner); sie vertritt unter allen Geschlechterkirchen das höchste künstlerische Niveau, das Geschlecht Ják hatte sie um 1220-1230 errichten lassen; Türje (Prämonstratenser) vor 1230.
Quelle: László Gerõ. ABC der ungarischen Kunstdenkmäler. Budapest 1984, 132-133.
Wandmalereien
Sammelname für Gemälde oder Mosaikbilder an Wänden. Ihrer Fertigungstechnik entsprechend unterscheidet man zwischen den auf trockenen Putz aufgetragenen "al secco"-Gemälden bzw. den gleichzeitig mit dem noch feuchten Verputz geschaffenen "al fresco"-Bildern.
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