Abteikirche von Ják, Anfang 13. Jahrhundert

Jáker Kirche 6
Jáker Kirche 3
Jáker Kirche 5
Jáker Kirche, Fresko
Jáker Kirche 8
Jáker Kirche 9
Die Benediktinerabtei wurde von Martin aus dem Geschlecht Ják um 1220 gegründet. Im Zentrum seiner Güter, auf einem Hügel in der Mitte des Dorfes, ließ er zu Ehren des hl. Georg die Abteikirche errichten, die der Raaber Bischof Omode 1256 einweihte. Unter den Geschlechterklöstern Ungarns ist die Jáker Kirche das schönste Denkmal. Ihrem Grundriß nach war es eine dreischiffige Basilika ohne Querschiff, deren Schiffe rundbogige Apsiden beschlossen. Zwei Türme zieren die Fassade. Hier findet man die prächtigste Empore, die vermutlich auch als Kapelle benutzt wurde.

Der Verschönerung des Innenraumes dienten auch die Fresken. Im Unterbau der Türme wurden Mariens Tod und Christus unter den Aposteln, in den Gewölbefeldern dagegen die Familie des Bauherren abgebildet. Das den hl. Georg darstellende Fresko an der Wand des Hauptchores war zugleich das Hauptaltarbild.

In der Mitte der Hauptfassade befindet sich in einem dreieckförmig geschlossenen Vorbau das Hauptportal. Sein abgestuftes Gewände schmücken zwischen Pfeilern plazierte Säulen. Ein Mäanderband umrahmt das Portal, das Tympanon zeigte ein Maiestas Domini-Relief. In den Nischen im oberen Teil des Portalvorbaus stehen die Gestalten Christi und seiner zwölf Apostel. Die Figuren sind in weite Gewänder gehüllt. An der Wandfläche des Portalvorbaus und der Fassade sieht man die Madonna bzw. den Kampf Samsons mit dem Löwen.

Beachtenswert unter den Skulpturen ist das einen thronenden jungen König darstellende Relief im nördlichen Nebenchor sowie die einen Dorn herausziehende Figur im Hauptchor. Die Südseite der Kirche wurde einfacher gestaltet, hier stand das Kloster der Mönche.

Quelle: Dezsõ Dercsényi. Romanische Architektur in Ungarn. Budapest 1972, 196-197.