Neumaschrift
Frühe, vom 9. Jahrhundert an auftauchende Variante der Notenschrift (Neuma wortwörtlich: Wink). Sie gibt nur die Bewegung der Melodie wieder, markiert das Auf und Ab, ermöglicht mangels Linierung jedoch kein exaktes Ablesen. Sie dient also nur als eine Art Gedankenstütze, bleibt aber im traditionsbewußten deutschen Gebiet auch nach Einführung der Linierung noch langezeit (bis 14.-15. Jahrhundert) in Gebrauch. Im Gegensatz zu den in campo aperto (= offenes Feld) angeordneten Neumazeichen stellt die sog. diasthematische Schreibweise (nach Tonhöhe im Raum angeordnet) einen bedeutenden Schritt in Richtung der lesbaren Notenschrift dar. Gebunden an die einzelnen Gegenden Europas existierten im Mittelalter verschiedene Neumaschriften: französische, italienische, deutsche usw. Scheibweise.
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