Hymne, Sequenz
Hymne
Gott oder die Heiligen preisender religiöser Gesang, der in den offiziellen Gebeten der Kirche, dem Offizium, vom 13. Jahrhundert an zu den Pflichtübungen gehörte. Ihre Charakteristika sind der strophige, betont-rhytmische Aufbau sowie die Melodie. Die ersten lateinischen Hymnen schuf der hl. Ambrosius, Bischof von Mailand, im 4. Jahrhundert. Später wurde die Hymne zu einer der beliebtesten Gattungen der mittelalterlichen Dichtung. Die ersten Textspuren sind im Kodex Albensis zu finden, der die Anfangszeilen von 72 Hymnen enthält. Bis zum Ende des Mittelalters erweiterte sich das Hymnenrepertoire, unter anderem mit Werken lokaler Bedeutung; so bildete sich z.B. der Regionalkult der ungarischen Heiligen heraus. Die Sätze der Hymnen über die Heiligen des Arpadenhauses sind textlich gesehen zweifellos selbständige, heimische Schöpfungen. Die ersten ungarischen Hymnen schrieb man Ende des 12. Jahrhunderts über König Ladislaus den Heiligen, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts über Herzog Emmerich den Heiligen und Ende dieses Jahrhunderts über König Stephan den Heiligen. Während jedoch die Gaude mater Hungaria (hl. Stephan), die Paude parens Pannonia (hl. Emmerich) und die Gaude felix Hungaria (hl. Elisabet) in der ungarischen Überlieferung mit jeweils zwei Melodien vorkommen, wurde die Melodie der Regis regum civis ave (hl. Ladislaus) einheitlich überliefert.
JM-KSz
Sequenz
Ursprünglich das Gesangselement der Messe: eine mit lang angehaltenem Ton gesungene Erweiterung der letzten Silbe des Halleluja, das man nach der Lektion anstimmte. Um sie sich einprägen zu können, versah man sie mit Text. Erschien vom 9. Jahrhundert an, trat im 12. Jahrhundert in erneuerter Form auf, wurde unabhängig vom Halleluja und später eine der beliebtesten Gattungen der liturgischen Dichtung.
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